Herzlich Willkommen im STVC!

Community-Menü

Brücke Chat Forum TrekBay Wer ist online?


Forum



Abstimmungsthread für das Kurzgeschichten-Event
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275805
Liebe Community-Mitglieder!

Für das aktuelle Kurzgeschichten-Event wurden 7 Geschichten eingereicht.

Die Geschichten werden anonymisiert in den folgenden Posts für 2 Wochen zur Wahl stehen. Bitte die Teilnahmebedingungen für die Abstimmung gut durchlesen und eure Wahl anschließend an die letzte Geschichte in diesem Thread posten.

Teilnahmebedingungen

- Jeder User hat 3 Stimmen
- Die Reihenfolge der Stimmen spielt eine Rolle, d.h. die erstgenannte Geschichte erhält 3 Punkte, die als zweites genannte 2 Punkte und die als letztes genannte 1 Punkt.
- Die Abstimmung muss in einem einzigen Post erfolgen, mehrere Posts sind nicht zulässig. Ein Editieren der Posts/Stimmabgaben ist nur bis zu einer Stunde nach Erstellen des Ursprungs-Posts zulässig. Posts, die später editiert werden, werden -um Manipulationsmöglichkeiten zu minimieren- bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Also vor der Stimmabgabe nachdenken.
- Jeder User darf seine Abstimmungsentscheidung begründen, muss es aber nicht.
- Die Teilnehmer am Event dürfen selbstverständlich auch abstimmen.
- Die Abstimmung beginnt ab sofort und endet am 03.10.2008 um 23:59 Uhr. Posts, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.

Zusätzliche Punkte durch Kritiken:
Wer zu den Geschichten Kritiken schreibt, erhält zusätzlich 250 EPs. Bedingung: mindestens 5 aussagekräftige Sätze! Bei sehr ausführlichen Kritiken entscheiden die Admins, ob der User ggf. noch mehr EPs bekommt.


Bitte in diesem Thread der Übersicht wegen NUR abstimmen. Diskussionen und Fragen bitte hier.

Nun viel Spass beim Lesen und ein "Dankeschön" an die Schreiberlinge!

Beitrag wurde am 19. September 2008, 18:52 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 16:07

Geschichte 1
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275814
Geschichte 1

Ein Oskar für Beethoven

Mein Name ist John Godwyn. Ich bin ein Physik-Student an einer nicht nennenswerten Universität in einer gottverlassenen Kleinstadt Amerikas ... oder zumindest war ich das einmal. Wie so viele meinen Kommilitonen - im Gegensatz zu den Strebern, die den ganzen Tag in ihre Bücher versunken waren - genoss ich das Studentenleben in vollen Zügen. Partys, Mädchen und Ausgehen bis in frühen Morgenstunden. Dies führte jedoch dazu, dass ich auch die ein andere Vorlesung ausfallen lassen musste ... vor allem die Frühen, die vor 12 Uhr begannen. Zu meinem Unglück gehörten zu diesen ausgefallen Dingen auch eine wichtige Prüfung, dessen Termin sich am Vorabend nach einer feucht-fröhlichen Party mitsamt meines restlichen Mageninhalts in der Toilette verabschiedete. Wie ich mich nun fühlte könnt ihr euch sicherlich gut vorstellen. Die Prüfungskommission hatte mein Härtegesuch abgelehnt und somit müsste ich mich langsam mit Gedanken begnügen, ohne einen Abschluss mein Geld mit dem Schruppen von heruntergekommenen Gaststätten-Toiletten zu verdienen. Einen Ausweg aus dieser Situation versprach mir mein Professor, indem er ein Wort bei der Prüfungskommission einlegen würde, wenn ich ihn bei einem Experiment unterstützen würde. Der Professor hatte es vor einiger Zeit tatsächlich geschafft, eine Kammer zu entwickeln, die einen lebendigen Körper in Kälteschlaf versetzen und zu beliebiger Zeit wieder auftauen konnte. Nachdem er seine Kammer bereits erfolgreich an Tieren getestet hatte, sollte ich nun sein erstes menschliches Versuchsobjekt sein. Da ich nicht als Versager abgestempelt werden wollte, ging ich - wenn ich mulmigen Gefühl in meinem Magen - auf sein Angebot ein. Nach einem Tag sollte ich dann wieder geweckt werden und meine gerechte Belohnung erhalten.

Das Gefühl, das ich beim Aufwachen verspürte lässt sich wohl noch am ehesten mit einem Kater nach einer langen durchzechten Nacht vergleichen. Mir war extrem schwindelig und die strahlende helle Sonne versuchte mir ebenso starke Kopfschmerzen. Ich blieb deshalb noch einige Zeit regungslos liegen, bis sich mein Kater nach und nach verflüchtigte. So erwartete ich kurze Zeit später das strahlende Gesicht meines Professor zu sehen, ehe sich in meinem von Feiern geplagten Hirn allmählich eine Frage formulierte: Wie ist es verdammt nochmals möglich, dass ich im unterirdischen Labors meines Professors den glasklaren blauen Himmel sehen konnte? Ich setzte mich also langsam auf und versuchte mir einen Überblick über meine Umgebung zu verschaffen. Wo ich aber auch hinsah konnte nur alte verrostete Metallteile sehen, die mich an irgendwelchen futuristischen Weltraumschrott erinnerten. Da ich nun das Gefühl hatte, dass weiteres Rumsitzen meine Lage nicht verbessern würden, verließ ich meine Kammer und versuchte eine Ausweg aus diesem Schrottplatz zu finden.

Nach kurzer Zeit fand ich den Ausgang und sah mich inmitten einer von Wolkenkratzern übersäten Stadt wieder. Meine geographischen Kenntnisse würde ich selbst eher als bescheiden bezeichnen, jedoch war ich mir ziemlich sicher, dass sich in einem größeren Umkreis meiner Universität keine Stadt mit auch nur einem dieser riesigen Gebäude befand. Schon allein, die in Höhe und die Anzahl der scheinbar bis in die Wolken ragenden Gebäude ließ mich daran zweifeln, ob mein Gehirn das Experiment schadlos überstanden hatte. Weitaus seltsamer waren aber auch diese riesigen Bildschirme, die an dem unteren Teil jedes dieser Gebäude angebracht waren und ständig Werbung für irgendwelche mir unbekannten Produkte zeigten. Ziemlich seltsam aussehende Produkte mit sehr obszönen Namen, wie ich an dieser Stelle erwähnen muss. Je länger ich mich umsah, überkamen mich Zweifel, ob ich wirklich nur einen Tag geschlafen hatte. Die kompakten Fahrzeuge, die riesigen mit Bildschirmen versehen Gebäude und natürlich die Menschen. Wie gebannt standen sie in der Gegend rum und starrten auf diese Bildschirme. Einige blieben sogar mitten auf der Straße stehen, wenn irgendein Spot erschien, der ihre Aufmerksamkeit erregte. Und vor allem lachten sie über diese Spots. Ein Football traf die Weichteile einer Person, eine andere Person bekam einen Tritt in dieselbigen und ein weiterer Spot zeigte einen furzenden Hintern. Ich weiß, dass sich diese Menschen auf den ersten Blick nicht sehr von meinen Kommilitonen unterschieden, aber wenn man bedenkt, dass es sich bei den genannten Spots um Reklame für ein Erfrischungsgetränk, Schuhe und irgendeine Art von neuartigem Soundsystem handelte und die Menschen selbst bei der x-ten Wiederholung immer noch darüber lachten, waren doch ernsthafte Zweifel über den geistigen Zustand dieser Menschen angebracht.

Da langsam der Abend anzubrechen schien, setzte ich meinen Weg fort. Mein vorrangiges Ziel war es nun eine Unterkunft für die kommende Nacht zu finden. Während ich nun so durch diese tiefen Häuserschluchten schlenderte, hörte ich das Leuten von Kirchenglocken. Ich blickte mich in die Richtung um, aus der ich das Geräusch vernahm und konnte tatsächliche ein Gebilde erkennen, das wie ein großer Glockenturm aussah. Nur mit dem Unterschied, dass anstelle der Uhr ein riesiger Bildschirm hing, der die aktuelle Uhrzeit und das heutige Datum anzeigte. Ich kann dieses Gefühl nur sehr schwer beschreiben, als sich plötzlich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigen. In Großbuchstaben stand da ganz deutlich: 18:00 Uhr, 18. September 2528. Sofern diese Anzeige also tatsächlich stimmte, hatte ich mehr als die letzten 500 Jahre in meiner Kammer geschlafen. Panik stieg in mir empor und ich ging auf eine Gruppe Menschen zu, um mich von der Richtigkeit dieser Anzeige zu überzeugen. Der Versuch eines Gesprächs mit diesen Kleinhirnen gestaltete sich jedoch mehr als schwierig. "Lass mich in Ruhe! Wir wollen den Football in die Weichteile sehen.", waren die Antworten, die ich von jedem dieser Individuen in sehr ausdruckslos klingenden Worten erhielt. Auch wenn mir von diesen Menschen niemand bestätigen konnte, dass ich mich über 500 Jahre befand, so ergab plötzlich alles bisher gesehene einen Sinn. Ich wuchs in einer Zeit von Star Trek auf und hatte immer diese positive Vorstellung von der Zukunft. Die Erforschung des Weltalls, unbegrenzte technische Möglichkeiten, intelligente und einfallsreiche Menschen wie James Kirk, als er beim Kobayshi Maru Test die Klingonen besiegte. Diese Zukunft hier war jedoch das komplette Gegenteil. Die Gebäude waren zerfallen, Müll lag auf den Straßen und die Menschen, denen ich bisher begegnet war, waren dumm und primitiv, geistig auf dem Stand eines vorpubertären Jugendlichen, der über alles lachte, was in irgendeiner Weise sexuelle Anspielungen enthielt.

Obwohl viele meiner Gedanken um meine gegenwärtige Situation kreisten, setzte ich meine Suche nach einem Hotel fort. Das Wichtigste war im Moment, eine sichere Unterkunft für mich zu finden, ehe die Nacht anbrach. Nach kurzer Zeit wurde ich fündig und sah mich nun mit einem weiteren Problem konfrontiert ... mir fehlte das Geld für das Zimmer. Zwar hatte ich noch ein paar Dollar in meiner linken Hosentasche, aber im Laufe der letzten Jahrhunderte hatte sich das Währungssystem derartig verändert, dass mein ganzen Vermögen nicht mal mehr den Wert des gebrauchten Taschentuchs meiner rechten Hosentasche betrug. Da ich für die Nacht unbedingt eine sichere Bleibe brauchte, wendete ich eine List an. Ich gab mich als Produzent eines neuen "Tritt in die Weichteile" Werbespots aus, der hier in er Nähe gedreht und das Team in diesem Hotel untergebracht werden soll. Allerdings musste ich das Zimmer erst einmal testen, ob es für die Crew überhaupt gut genug sei. Noch ehe ich meine Erklärung beendet hatte, hatte ich auch den Schlüssel für mein Zimmer in der Hand.

Mein Zimmer war sehr spartanisch eingerichtet. Man könnte sogar sagen, dass es bis auf das Bett und Kleiderschrank sogar leer war. Was mir jedoch gleich beim Betreten auffiel war, dass die eine Wand aus einem kompletten Bildschirm bestand. Da ich eh von den heutigen Ereignissen noch zu aufgewühlt war und nicht schlafen konnte, beschloss ich, mich noch ein wenig um das Fernsehprogramm der Zukunft zu widmen, um somit meine Kenntnis über meine neue Umgebung erweitern zu können. Ich schaltete den Bildschirm ein und war mir im ersten Moment einer riesigen Flut von Bildern konfrontiert. Der Bildschirm war umrandet von vielen kleinen Bildschirmen, von denen jeder Werbespots zeigte, wie ich sie auch heute morgen an den Häuserfassaden gesehen hatte. Der Bereich in der Mitte zeigte dann das eigentliche Programm. Ich sah eine Art Oscar-Verleihung, bei der der beste Film des Jahres 2528 ausgezeichnet wurde. Nur dass der Oscar nicht mehr wie der Oscar aussah, wie ich ihn kannte. Es war quasi Oscar's Oscar, der von seiner Form her sehr stark einem männlichen Glied ähnelte. Nachdem der Regisseur seine Dankesrede gehalten hatte, wurde der Film dem Publikum nochmals vorgeführt. Es handelt sich um einen Film von dreißig Minuten Länge, bei dem unterbrochen ein rülpsender Mund gezeigt wurde. Mit sehr viel Phantasie konnte ich in dem Rülpsen noch eine Melodie erkennen, die mich ein wenig an Beethoven Neunte erinnerte. Nachdem die anderen Programme dieses Niveau noch deutlich unterkellerten, schaltete ich den Bildschirm ab, um mich schlafen zu legen.

Am nächsten Morgen wanderte ich ziellos durch die Stadt und versuchte die gestern gewonnen Eindrücke zu verarbeiten. Nach einiger Zeit kam ich an einem Buchladen vorbei. Da mich das Fernsehprogramm keineswegs zufrieden stellen konnte, beschloss ich mir ein paar Bücher für meine einsamen Abende auszuleihen. Schon beim Betreten des Ladens verstärkte sich mein gewonnener Eindruck, dass das Interesse an Büchern in dieser Zeit stark gesunken war. Ich war nämlich der einzige Kunde weit und breit. Auch der Verkäufer machte einen sehr verwunderten Eindruck, als er mich die Türe hereinkommen sah.
"Was willst Du hier?", fragte er mich charmant mit seiner ausdruckslosen und harschen Stimme.
"Bücher kaufen"
"Was willst Du mit den Büchern?"
"Lesen"
"Warum?"
"Weil's mir Spaß macht."
"Schau lieber Fernsehen. Ist nicht so langweilig"
Das Gespräch schien danach beendet zu sein und ich begann die Regale zu durchstöbern. Es dauerte nicht lange, ehe mir eine Ausgabe von Shakespeares Hamlet in die Augen stach. Mit Schrecken erinnerte ich mich an meine Schulzeit zurück, als wir dieses Werk in unserem Englischunterricht ausgiebig besprochen hatten. Zwar konnte ich mich nicht mehr an den genauen Inhalt erinnern, aber ich war mir ziemlich sicher, dass das Stück mehr als fünf Seiten hatte. Als ich diese Ausgabe aufschlug (auf dem Buchdeckel stand: Überarbeitete Version von 2287) bemerkte ich, dass es sich bloß um eine gekürzte Version handelte, bei der man einen Akt auf eine Seite zusammenfasste. Ein wenig entsetzt stellte ich das "Buch" wieder in das Regal zurück und entdeckte zufällig die überarbeitete Version aus dem Jahre 2508, die Hamlets kompletten Inhalt mit folgenden Worten Wiedergab:

"Hamlet kehrt von seinen Studien zurück, weil sein Vater gestorben ist. Ihm erscheint ein Geist, der ihm sagt, dass ihn sein Bruder und jetziger König ermordet hat. Der befiehlt ihm, den Tod seines Vater zu rächen. Daraufhin lässt Hamlet ein Theaterstück aufspielen, indem der Mord an seinem Vater nachgespielt wird. Dadurch will er eine Reaktion des Mörders erzwingen. Am Ende kommt es zu einem Kampf Hamlets mit einem Freund des Königs. Bei diesem Kampf werden fast alle Personen getötet."

Obwohl ich kein Kenner von Literatur war, tat es mir doch ein wenig weh in meinem Herz, wie weit die großartigen Werke unserer Zeit vergessen und verunstaltet wurden. Ich wollte mir gerade das nächste Werk aus dem Regal ziehen, als ich den Verkäufer irgendwas brüllen hörte. Er waren unverständliche Dinge, aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich die Worte "kaufen", "stehlen" und "Polizei" herausgehört habe. Ich wollte ihm gerade verständlich machen, dass ich mir nur umsehe, als plötzlich ein paar schwarz uniformierte Gestalten den Laden stürmten und mich aus dem Laden schleiften, während der Verkäufer mir Worte, wie "dreckiger Dieb" nachrief.

Die Polizei verfrachtete mich in einen kleinen Transporter, wo ich zu einer Gerichtsverhandlung gebracht werden sollte. Ich wurde behandelt, als hätte ich einen Mord begangen. Es mag vielleicht seltsam klingen, aber das erste Mal, seit ich aus dieser Kammer aufgewacht bin, machte ich mir nun Gedanken über das, was ich verloren. Meine Eltern, meine Freunde ... alle schon seit Jahrhunderten Tod. Und auch die Gesellschaft ist nicht mehr die, die ich verließ. Sie war dumm und bequem geworden, süchtig nach stumpfsinniger Unterhaltung. Selbst zu meiner Zeit hatten sich die Filme und Fernsehshows schon dahin verändert, dass man die Action, die reine Unterhaltung in den Vordergrund stellte. Wildfremde Menschen wurden in Shows auf Kosten des Publikums bloßgestellt. Niemand wollte mehr denken, wenn er etwas sah, sondern nur noch unterhalten werden. Dabei kam mir wieder der rülpsende Mund aus der Oscar-Verleihung in den Sinn, über den hier jeder lachte. Niemand stellt sich hier die Frage, wem der Mund gehört und warum er rülpst? Ihnen war nur wichtig, dass er rülpst.
Dies führt mich zu einem weiteren Frage, warum wollte niemand mehr lesen? Ich erinnerte mich an den Kommentar des Verkäufers, der meinte, dass es zu anstrengend sei und das Fernsehen einfach die bessere Unterhaltung biete. Anscheinend wollte sich niemand mehr nach einem harten Arbeitstag den Kopf zerbrechen. Die Leute ließen sich lieber von ihrem Fernseher unterhalten, als sich nochmals Gedanken über die Inhalte eines Buches zu machen. Dies führte wohl dazu, dass man nach einiger Zeit nur noch Zusammenfassungen der Originalwerke las. Das Denken wurde einem abgenommen und man konnte unter Freunden dennoch angeben, ein berühmtes Werk der Geschichte gelesen haben. Nach einiger Zeit waren jedoch auch diese Zusammenfassungen zu anstrengend und es wurden Zusammenfassungen der Zusammenfassungen erstellt, und so weiter, bis schlussendlich gar niemand etwas lesen wollte.

Nach einiger Zeit erreichte ich das Gerichtsgebäude, wo mir von einem Richter, der gekleidet wie ein Elfenkönig war, der Prozess gemacht wurde. Eigentlich war nur ein gottverdammter Schauprozess, der zur Unterhaltung der Öffentlichkeit auch noch übertragen wurde. Obwohl eigentlich keine Beweise für meine Tat sprachen, warf man mich ins Gefängnis, wobei das Urteil von den Zuschauern gefällt wurde, die von zuhause abstimmen durften ... und nebenbei noch eine Reise gewinnen konnten. Ihr fragt euch jetzt sicherlich, wie ich fliehen konnte und vor allem, wie ich es wieder nach Hause geschafft habe, damit ich euch von diesem Erlebnis erzählen konnte. Nun, das ist eine andere Geschichte, die ich euch vielleicht ein anderes Mal erzählen werden. Ich muss nun weg, meinen Status als Student habe ich wiedererlangt und die große Semesterabschluss-Party fängt gleich an ... und da darf ich natürlich keinesfalls fehlen.

Beitrag wurde am 19. September 2008, 16:17 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 16:13

Geschichte 2
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275824
Geschichte 2

Von einen UFO entführt

Der Farmer Josef McFrame lebte an einem schönen Bauernhof in Rosswell - New Mexico in den USA. Er lebte dort mit 2 Kindern und seiner Frau Jane McFrame zusammen. Sein Bauernhof war sehr groß, er hatte 22 Felder, 15 Kühe, 7 Schweine und 20 Hühner. Er war glücklich, bis der Tag kam, wo er von einem UFO mitgenommen wurde. Es passierte am 18.03.1956, als er gerade am Feld seinen Mittagessen zu sich nimmt. Plötzlich bebte die Erde. Er war ziehmlich erstaund darüber, denn in der Gegend ist das sehr ungewöhnlich. Nur wenige Minuten später wurde ein UFO am Himmel sichtbar. Er bekam es mit der Angst zu tun und rannte weg. Aber es nutze ihm überhaupt nicht, denn das UFO beschleunigte daraufhin und landete neben ihn. Plötzlich kommen mehrere Klingonen heraus und stürmten auf ihn. Sie nahmen ihn gefangen und warfen ihn in einen dunklen Raum. Einer der Klingonen warf ein blutiges Messer nach außen. Das UFO hebt ab und flog Richtung Universum. Einer der Klingonen geht zu den Gefengenen hin und will ihn berühigen.
"Keine Angst, wir werden dich nur zu unserem Boss bringen, von uns hast du nicht zu befürchten.", sagte der Klingone. "Wer ist euer Boss und stammt er von euerem Volk ab?",fragte der Farmer. "Nein, er ist ein Elf, bzw. der Elfenkönig", antwortete der Klingone, "ich muss aber jetzt gehen, Bis Bald!". Als der Klingone an der Brücke angelangt war, gab er den Befehl, auf Maximal-Warp zu gehen. Ein paar Stunden später knallte das UFO auf irgendetwas auf. Der Commander befahl, dass der kleine Zwischenfall untersucht wird. Nach einigen Minuten hat der Wissenschaftler Feret O'Tak herausgefunden, dass sie auf viele große Trümmer Weltraumschrott geknallt sind. Sie flogen weiter. Inzwischen auf der Erde machte Jane McFrame gerade sich Sorgen, weil ihr Ehemann schon seit 6 Stunden überfällig war. Sie fuhr zum Feld und fand das blutige Messer. Sie rief die Polizei an und meldet ihren vermissten, vermutlich toten, Mann. Offizier Ronald McLarry ist zum Tatort gefahren und hat bedenken, dass Josef McFrame noch lebt. Sie fuhr traurig wieder nach Hause. Nach weiteren 6 Stunden erreichte Josef McFrame den Planeten Kleinhirn. Er wurde, als das UFO gelandet ist, auf den Planeten geschleppt. Der Elfenkönig Werfo nahm ihn in Empfang. Er zerrte ihn auf einen Untersuchungstisch und verabreichte ihn viele Medikamente, die noch niemand getestet hat. Danach wurde er in eine Box gesteckt und für 12 Stunden darin festgehalten. Nach den zwölf Stunden wurde er wieder in das UFO geladen und eingesperrt. Das UFO beförderte Josef wieder auf sein Feld. Als er heim kam, umarmte ihn seine Frau und Josef und Jane waren wieder glücklich.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 16:24

Geschichte 3
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275828
Geschichte 3

Die Träume der Menschen

Was bleibt nach dem Tode, wenn nicht bleibt der Ruhm?
Was bleibt nach dem Tode? Große Tat! Großes Menschentun!
(Kurt Demmler)


Der Raum ist weit, das Licht ist kühl. Selbst sanfte Schritte werden erdbebengleich in dieser Halle.

Warum? Warum jetzt? Ein solcher Zwischenfall, auf dem Höhepunkt der Untersuchungen, ein Durchbruch zum Greifen nah.

Andersen zieht behutsam das Leichentuch zurück, sein Gesicht ist das Spiegelbild unerfreulicher Tage, er schweigt still. Zara beugt sich über das leblose Stück Mensch, mustert es traurig. Dies war einmal Simeon, der gefährlich honigsüße Tagtraum kleiner Mädchen. Jetzt ist das irgendwas, ein Bündel Fleisch, leblos und blass. Ein grauer Frieden liegt auf seinen Augen, er ist im Schlaf gestorben. Ihre Hände legt sie auf seinen Arm, hebt ihn am Handgelenk, er ist nicht starr, seine Hand beugt sich unter ihrem Griff. Blaues Blut unter der Wachshaut, ein wahrer Prinz des Todes. Sie beschaut sein Gesicht, neigt sich zu ihm herab: "Einem Elfenkönig gleichst du, armes Kind."
Ihre Fingerkuppen klopfen seine Schädeldecke ab. Sie dreht den Kopf ganz sachte, wirft einen Blick auf die Klebestellen der Dioden, findet nichts, sucht dennoch weiter, seufzt und lässt ab von ihm.

"Die Diagramme sind nicht sehr aufschlussreich.", Andersens raue Stimme knarrt wie ein Scharnier, es scheint den Leichenfrieden zu stören. Viel lebendiger als dieser Junge schaut er auch nicht aus, denkt sich Zara und hört ihm zu. "Es hat wohl einen Impuls gegeben, wir können es kaum erklären, aber nun ja, die Adrenalinausschüttung stieg rapide und dann ... es muss ein weiteres Hormon gewesen sein, dem Anschein nach, wie eine Überreaktion, ein Schock..."
"Andersen.", unterbricht sie ihn, "Hat Doktor Lüdeke meine Analyseauswertung und Empfehlungen zur Druckentlastung des Kleinhirns gelesen?"

"Das nehme ich doch stark an. Ich habe sie ihm bereits am Dienstag übergeben." Doch Andersen wird blass, dann rot. Seltsames Wechselspiel - sie ahnt, was es bedeutet. Er mag es gelesen haben, aber hat er es auch berücksichtigt?

Zara Niebergall, fünfundzwanzig Jahre alt. Zu jung um Ernst genommen zu werden und doch mit einem Verstand gesegnet, der die Schärfe gewetzter Messer übertrifft. Die Einladung ins Schlaflabor kam einem erhörten Gebet gleich und war doch vorauszusehen. Ihre Zeugnisse und die Vorarbeit hatten die Direktoren nicht nur überzeugt, sondern gar in Erstaunen versetzt. Die Faszination für das Projekt war ihr ins Gesicht geschrieben und seit das Team sie integriert hatte, wurden fundamentale Fortschritte gemacht. Mehr als einmal bewahrte sie das Experiment durch ihre Ergebnisse schon vor dem Aus. Und nun der Stolperstein. Von Dreihundert Probanden nun dieser eine Kandidat leblos in der bis dato ungenutzten Leichenhalle. Im Schlaf gestorben - welche ironische Romantik schoss einem da in die Mundwinkel ... oder war es die Hysterie, die in ihr aufstieg?

"Sagen Sie Nichts, Frau Niebergall."
Lüdeke - alt, boniert, und was am Schlimmsten ist: Besessen. Ohne Umschweife ist sie in die Überwachungszentrale geplatzt um ihm die Meinung zu sagen, doch ihr ganzer Elan wird mit einem mal aufgesaugt, nicht von seinen Worten, sondern von dem Anblick, der sich ihr bietet. Unten in der der verdunkelten Glaskuppel, welche eine sternenlose Nacht vortäuscht, liegen sie zu Hunderten, regungslos. Die Stellung der Regulatoren kann sie lesen wie ein Tanzlehrer eine Choreographie, sie weiß, was er tut. Was er versucht. Was ihn versucht.

"Das ist Mord!" haucht sie erschüttert, doch unliebsam wird ihr bewusst, dass dies keine Vokabel mehr ist, für das Massensterben, welches hier stattfinden wird.
"Keine Angst, Frau Niebergall. Ich habe neue Rechnungen aufgestellt. Die Projektion wird gewaltig sein!"

Er sieht nicht aus wie ein Wahnsinniger. Wenn er dann und wann ganz ruhig in der Mensa sitzt, lacht und isst, dann wirkt er wie ein netter Familienvater. Wahrscheinlich rauscht der Wahnsinn per se durch die Adern jedes Menschen und findet nur in Einigen die kleine Anomalie, die ihn zum Herrscher über das System ernennt.

Sie will fliehen, will in den Schlafsaal rennen und retten, wen sie retten kann, weiß, welche Stränge sie entfernen muss, welche Leitungen zu kappen sind, welche Spritzen die Todgeweihten aus dem künstlichen Koma befreien.

"Die Türen sind bereits verschlossen, Madame. Sie sollten nicht ihrer Wut folgen, dabei geraten elementare Dinge immer außer Acht."

Keine Heldentaten heute.

"Lüdeke, Sie abgedrehter Spinner! Wir sind Wissenschaftler und keine barbarischen Klingonen! Niemand wird Ihre Forschungsergebnisse jemals Ernst nehmen, wenn sie einem Massenmord entspringen! Dann ist all ihre wunderbare Technologie nicht mehr wert als ein Gramm Weltraumschrott. Was tun Sie da überhaupt, wollen Sie jetzt alle auf einmal töten, macht Ihnen das etwa Spaß, haben Sie Blut geleckt?"

Er fasst sie grob im Nacken, drückt sie mit ungekannter Wucht gegen die Scheibe, seinen Mund an ihrem Ohr, so übel erregend nah. "Ich habe es umverteilt, Zara. Der Druck, der Simeon zuviel wurde, wenn man ihr auf alle verteilt, wenn man sich Alles zusammen holt, wenn man..."

Was ihn unterbricht, sind die Monitore. Ihr statisches Flackern geht in einen Farbbrei über. Wie bei einem Weihnachtskalender springen sie nacheinander an, die Probanden sind im REM Schlaf.

Er lässt sie los und sie kann sich nicht rühren, kann nichts tun außer auf die Monitore zu schauen. Wie kann man sich dem verwehren, wofür man so lange gearbeitet hat? Wie könnte man nicht erstarren, wenn sich die prognostizierte Möglichkeit als eben eingetretene Wirklichkeit vor einem ausbreitet wie ein samtener Teppich? Hunderte von Hirnwellen in einer Bildpunkttranskription. Das Ticket zu einem Film, der bisher dem Individuum vorbehalten war.

"Sieh es dir an, Zara." Seine Stimme zittert, seine Knie setzen auf dem grauen Linoleum auf. Er verschiebt fast zärtlich ein paar Regulatoren, dreht die Schärfeneinstellung hoch, verändert den Frequenzbereich.

"Schau auf die Träume der Menschheit."

Sie tut es. Ein Traum von einem Sommertag am Meer. Ein Traum von Angriffen in einem ihr unbekannten Land. Ein Traum von einem Rosengarten. Ein lachendes Kind, ein zahnloser Mann, ein dunkler Fremder, eine sterbende Mutter, ein Pferderennen, ein bunter Schleier, eine ausgelassene Party, ein Schwimmbad voller Kinder, eine Totgeburt ...
Ihr wird schlecht. Urplötzlich wird ihr, als habe sie all diese Menschen persönlich entkleidet und ihrer Würde beraubt. Vergewaltigt. Um ihren rechten Platz im Universum betrogen.

Dann flackern die Bilder. Die Herzfrequenzen spielen verrückt. Epileptische Anfälle, Ekstasen, Herzflimmern. Zuviel Adrenalin. Und noch etwas Anderes, sie kann es nicht entziffern, es ist neu.

Es war nicht das Kleinhirn, denkt Zara. Es war nur die Weltordnung, die sich gegen uns wehrte.

Sie vergisst Lüdeke, vergisst, wer sie ist, wo sie ist. Starr sind ihre Augen auf einen toten Punkt im Raum gekehrt, während alle anderen Punkte ebenso tot ihren Schlaf aushauchen.

Beitrag wurde am 19. September 2008, 16:32 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 16:30

Geschichte 4
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275840
Geschichte 4

Die Betrunkenen von Cronos

Einer meiner schwersten Fälle als Anwalt der Föderation war wohl die Verteidigung der beiden Klingonen Kord und Kordan. Als sie meine Büros auf Terra betraten, hätte ich die beiden sturzbetrunkenen Raufbolde vor die Tür setzen lassen sollen. Denn bereits vor der Tür gerieten sie einander in die Haare wer jetzt zuerst eintreten sollte und prügelten dann solange aufeinander ein bis einer meiner Klienten nachrückte und die beiden gleichzeitig durch die Tür schob, was zur Folge hatte, dass der Holzrahmen danach ausgetauscht werden sollte. Und dem armen Bolianer mit dem edel klingenden Namen Elfenkönig prügelten sie kurz darauf fast die Seele aus dem Leib, sodass ich nicht nur das alte Anliegen sondern gleich noch eine schwer Körperverletzung zu verhandeln hatte.
Doch der Fall, weswegen sie mich eigentlich belästigten, war viel schwerwiegender.

Kord war der terranischen Sprache einigermaßen mächtig, doch nach einigen Tagen stellte dann Kordan, wohl etwas nüchtern fest, dass er fließend Vulkan spricht und wir unsere Gespräche dadurch in meiner Muttersprache halten konnten, was alles vereinfachte.
Es tut mir leid, dass ich erst jetzt erwähne Vulkanier zu sein, doch ich ging davon aus, dass Sie, werter Leser, es schon wussten. Denn wer sonst als die logischste Rasse des Universums sollte die Anwälte in unserer Zeit stellen.
Auf jeden Fall will ich kurz schildern warum die beiden Klingonen mich aufsuchten.
Das romulanische Imperium hatte die beiden, das klingonische Volk und die Föderation - alle gleichzeitig - angeklagt, weil diese beiden Trunkenbolde radioaktiven Weltraumschrott einfach am Rand der neutralen Zone in Torpedos geladen und auf den Raum der Romulaner abgeschossen hatten. Zu dem ganzen Müll gehörten wie gesagt radioaktive Elemente, die bei der Spaltung von Erz zur Umwandlung für alte Raumschifftriebwerke entstehen, Schmelzreste aus Ferengi-Latinumpressen, die auf einem Föderationsstützpunkt (Deep Space 9) standen und anderer Weltraumschrott, der aus einem alten, ausgeschlachteten Raumschiff der Föderation stammte.
Die Torpedos, zum Glück ohne Sprengkopf, waren ausgerechnet vor den Bug der Fregatte eines hochrangigen Senatmitglieds von Romulus geraten, der seinen Sessel im Senat wanken sah. Deshalb verklagte dieser Senator einfach alle möglichen Instanzen, um so in die Öffentlichkeit zu kommen und seinen Senatssessel zu retten.
An sich hört sich der Fall klar an. Die beiden Klingonen haben ein Verbrechen begangen, das sie nicht einmal leugnen. Die verlangte Buße war ja geradezu lächerlich, eine förmliche Entschuldigung der Übeltäter und die Zahlung eines Musterbetrags von einem Streifen Latinum für den Senator und 200 Barren, was in etwa einem Zehntel der Nettoeinnahmen durch diese Müllentsorgung entsprach, zur Unterstützung von Waisenkindern im romulanischen Imperium.
Jeder normale Föderationsbürger hätte die Strafe angenommen und so allen viel Ärger erspart. Nur diese beiden Klotzköpfe nicht!
Sie schütteten weiterhin munter Blutwein in ihre Kehlen und ließen sich dann einen Termin bei besagtem Konsul machen. Doch statt sie zu entschuldigen legten sie ihm einen Beutel mit Targdung vor die Tür, zündeten ihn an und rannten weg. Als der Senator den brennenden Beutel austreten wollte, fing sein Morgenmantel Feuer und in Folge dessen brannte das ganze Haus ab.
So verlängerte sich die Anklageliste noch weiter und eine außergerichtliche Einigung rückte in weite Ferne. Doch das war noch nicht das schlimmste. Denn die Verhandlung selbst war die Spitze des Eisbergs.

Als erstes will ich betonen, dass mein ganzes professionelles Auftreten nicht über die Ungehobeltheit der beiden Klingonen hinwegtäuschen konnte. Die beiden kamen immer sturzbetrunken, oft sogar direkt von einer Prügelei, vor Gericht. An zwei der fünf Verhandlungstagen wurden sie sogar von der Sicherheit vorgeführt. Am Ende saßen der romulanische Senator, der Bolianer Elfenkönig sowie fünf weitere Personen auf der Anklagebank.
Der Richter, ein Mensch, hatte mit den beiden auch seinen Spaß. Allein in diesen fünf Tagen fassten die Klingonen Strafen von über tausend Barren Latinum wegen Missachtung des Gerichts aus. Ganz zu Schweigen von dem Inventar, das sie in ihrer trunkenen Freude zerlegten. Allein zwei Mal schlugen sie den Tisch mit meinen Unterlagen zusammen, nur um herauszufinden welche Sorte Holz das jetzt war.
Ruhe kehrte eigentlich nur ein wenn einer der beiden eine Aussage machen musste oder sonst im Verhör saß. Denn dann waren sie getrennt, hatten keine Gelegenheit Blutwein zu trinken, den sie immer in allen möglichen Taschen oder Körperöffnungen hereinschmuggelten, oder hatten Zeit die Schlägereien für den Abend zu planen.
Zwar wollte mir die Anklage entgegenkommen und beantragte täglich, dass die beiden in Gewahrsam genommen werden sollten, doch es war (leider) meine Pflicht als Verteidiger bei diesem Antrag einen Einspruch zu bringen. So blieben sie jeden Tag auf freiem Fuß.

Die Aussagen, die die beiden machten, wären als humoristisches Kabarett für Menschen gut angekommen. Doch da außer dem Richter eigentlich nur Vulkanier an der Verhandlung teilnahmen (von den Geschädigten abgesehen), kamen ihre anscheinend lustigen Bemerkungen nicht so gut an.
Kord wollte sich beispielsweise als unzurechnungsfähig während der Tat ausgeben. Er klagte über ein Leiden an seinem Kleinhirn, das seine Sinne ab und an vernebeln würde. In diesem Zustand habe er die Torpedos mit dem Schrott abgeschossen, die eigentlich in einer Sonne hätten versenkt werden sollen.
Kordan war sogar noch besser. Er erzählte unverblümt von Schlachten und Mord, was überhaupt nichts und noch weniger mit dem Prozess zu tun hatte. Er wollte wohl so zeigen wie viel Ehre er sich verdient hatte, und plädierte dann ebenfalls auf Unzurechnungsfähigkeit um eine Entehrung, wie er meinte, durch die Verurteilung zu verhindern.
Da beide auf unzurechnungsfähig plädiert hatten und die Anklage das zuerst widerlegen musste, lud man am zweiten Verhandlungstag einen Betazoiden ein. Sie überprüfte die Angeklagten während die Klingonen Eins zu Eins wiederholten, was sie am ersten Tag gesagt hatten. Entweder waren sie verdammt gut im auswendig lernen, oder sie spielten die Trunkenheit nur vor. Wie auch immer, die Betazoidin kam zu keinem eindeutigen Ergebnis. Unverrichteter Dinge zog sie dann von dannen und wir waren genauso schlau wie zuvor.

Am dritten Tag kamen zum ersten Mal die Geschädigten zu Wort. Vor allem der Romulaner war sehr ausfällig über meine Mandanten, was in Summe etwa drei Dutzend Einsprüche von meiner Seite verlangte. Der Richter war mittlerweile total überfordert dem Prozess zu folgen und gleichzeitig die Angeklagten zur Ordnung zu rufen. An diesem Tag hatten die Gagh mitgebracht, das etwa um die Mittagszeit vom Teller entfleuchte und einen Großeinsatz der Feuerwehr auslöste als es im Lüftungsschacht verschwand.
Durch diesen Einsatz verlief der vierte Prozesstag im Sand. Nichts ging vorwärts, nur zwei der Kläger zogen sich zurück weil das klingonische Imperium sie mit einer Abfindung zum Schweigen brachte. Die Abfindung bestand aus einem gebrochenen Kiefer und einem zerstörten Geschäft auf der einen und zwei gebrochenen Fingern und einem abgerissenen Ohr auf der anderen Seite. Aber diese Informationen lagen nur mir vor, da meine Mandanten mich darüber informierten. Wahrscheinlich hatten sie selber Hand angelegt.
Wie auch immer, am fünften Tag verkündete der Richter gleich zu Beginn, dass heute ein Urteil gefällt werden würde. Keine langen Abschlussplädoyers, keine weiteren Beweise oder Zeugen. Er hatte eindeutig die Nase voll.
So fassten wir uns beide kurz, alle in freudiger Erwartung die beiden Klingonen bald los zu sein. So dachten wir.
Doch Kord donnerte plötzlich mit dem Schädel auf den Tisch, sodass dieser sich spaltete. Sein Freund lachte schallend und klopfte ihm auf den Rücken. Doch Kord fiel einfach um und rührte sich nicht mehr. Der Arzt, der sofort kam, konnte nur noch den Tod feststellen. Die Leber hatte versagt, und im Kleinhirn hatte es eine Blutung gegeben. An seinem Leiden war wohl doch etwas Wahres gewesen, das nur nie ein Arzt bestätigt hatte.
Geschockt durch die Entwicklung, und da Kord anscheinend die meisten der zu verhandelnden Taten begangen hatte, zogen sich die meisten Kläger sofort zurück. Denn wie wir mittlerweile alle wussten war Kord bis über beide Ohren verschuldet, ergo war da nichts zu holen.
Kordan hatte keine Schulden, war jedoch so arm wie eine Kirchenmaus nachdem man von seinem Vermögen die Ordnungsstrafen abzog. Nur ein gewisser Romulaner wollte nicht nachgeben und Blut sehen.
Kordan zeigte sich jedoch plötzlich von seiner besten Seite und sprach freundlich mit dem Romulaner unter vier Augen, bis dieser nachgab. Sie hatten sich auf eine Ersatzarbeit geeignet, Kordan würde beim Wiederaufbau des Hauses kostenlos arbeiten.
Somit war der Fall endlich für mich beendet und ich suchte schnell das Weite. Danach ging ich zuerst fünf Wochen nach Risa um mich zu erholen, weit weg von allen Klingonen in einem Ressort nur für Vulkanier.

Als ich zurückkam, sah ich jedoch von weitem ein bekanntes Gesicht vor meiner Kanzlei liegen. Schnell verschwand ich in einer Seitengasse und beauftragte meinen Mitarbeiter dann eine neue Mietfläche zu finden.
Kordan hatte nämlich, wie ich dann von einem Kollegen erfuhr, zum Abschied wieder Targdung in einem brennenden Beutel vor die Tür gelegt. Dieser Mal war jedoch nicht nur das Haus, sondern die ganze Straße abgebrannt, darunter ein Ferienhaus des Imperators.
Der verbliebene der Betrunkenen von Cronos machte damit Geschichte. Denn dadurch legten die Romulaner alle diplomatischen Beziehungen auf Eis, bis eine Horde von Anwälten - unter ihnen ich selbst - das Imperium verklagten um sie wieder zu Gesprächen zu bewegen.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 16:43

Geschichte 5
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275847
Geschichte 5

Feuer gefangen

Er ging drei Schritte zurück und betrachtete, nicht ohne Stolz, seine neue Lieferung. Prüfend ließ Carl seinen Blick über die Rundungen und Kurven gleiten, dann griff er zur mitgelieferten Kiste und wählte eine passende Ummantelung. Zufrieden drückte er einige Tasten auf dem kleinen, mitgelieferten Bediencomputer und berührte dann eine bestimmte Stelle am Kopf seines neuen Besitztums.
Einen Moment später hoben sich die Lider seiner Neuheit und zwei stahlblaue Augen blickten ihn aus einem hübschen Puppengesicht an.
Der volle Mond öffnete sich und formte erste Worte: "Typ 8.4.2 ist bereit zum Dienst und erwartet die Programmierung", erklang eine mechanische Stimme. Carl nahm sich vor, dies bei passender Gelegenheit seinen Vorstellungen einer weiblichen Stimme anzugleichen.

Er trat zurück an den Tisch, auf dem der Computer lag, und hob erneut den Blick, um ihn für eine Weile auf seiner frisch aus dem Karton gepackten Errungenschaft ruhen zu lassen. Lockiges, helles Haar, das penibel gekämmt das Gesicht einrahmte, ein Körper, dem man kein bisschen ansah, das er aus Metall war, und überhaupt genau das, was man(n) brauchte, um sich für ein Haushaltsgerät begeistern zu können, wie Carl fand.

Ja, Typ 8.4.2 war Typ 8.4.1 wirklich sehr ähnlich, und doch waren Neuerungen und Updates nicht zu übersehen. Vorallem gewisse Rundungen und Proportionen an den richtigen Stellen waren deutlich mehr betont als beim Vorgängermodell, und laut Beschreibung sollte auch das Kleinhirn wesentlich leistungsstärker modifiziert worden sein. Der Emotionschip war darüberhinaus präzisiert worden, da das Vorgängermodell dazu neigte, leicht eine Überreizung dieses Chips auszulösen. Diese war mit der menschlichen Eigenschaft des Zickigseins vergleichbar und wurde besonders bei männlichen Besitzern als unangenehm empfunden.
Desweiteren verfügte dieser Typ über zwei LED-Lämpchen an der Vorderseite des Models, die als Abstandhalter fungierten und rot aufblinkten, wann immer sich der Roboter im Weg stehenden Hindernissen näherte.

Und doch dachte er mit Wehmut an seinen Typ 8.4.1 zurück. Estrella. Wie wunderbar sie doch wahr, wie anmutig und elegant sie durch das Haus geschritten war, dabei gut Zweidrittel ihres Korpus immer behände zur Seite schwingend. Wie honigsüß ihre liebliche Bassstimme doch geklungen hatte, die er in mühevoller Arbeit selbst aufgespielt hatte, und wie sehr ihre Augen, die er mit viel Liebe zum Detail pigmentiert hatte, ihn immer angestrahlt hatten.
Oh Estrella, wie sehr er sie doch vergöttert und behütet hatte, wie viel Spaß und Freude er an ihr hatte, und nun? Weltraumschrott, verschmort und verkohlt, eingeschmolzen vermutlich, verarbeitet zu Restmetall. Es kam ihm vor wie glatter Mord. Und das alles nur, weil sie ihm in ihrer unendlichen Güte den Rücken schrubben wollte, als er fatalerweise unter der Dusche stand.

"Für den Nassbereich nicht geeignet", stand extra auf einem Schild auf der Rückseite. Aber sie wollte doch nur helfen...
Seufzend schüttelte er den Kopf und fuhr mit der Programmierung fort. Wie in Trance drückte er hier eine Taste und tippte dort einige Codes ein. Es war ihm ein Leichtes, die passenden Befehle einzugeben, wo er doch so viel Zeit mit seiner Estrella verbracht hatte und die Bedienung beider Modelle nahezu identisch war.
Als er fertig war, forderte die mechanische Stimme seines Typ 8.4.2 ihn auf, noch einen Namen auszuwählen. Er stellte sich vor sie, räusperte sich und sah seinem neuen Hausroboter aus der Elfenköniginnen-Serie, deren Name auf besondere Perfektion und nahezu magische Fertigung hinweisen sollte, ins Gesicht. Lange bevor sie geliefert wurde hatte er über den neuen Namen nachgedacht.
"Dein Name lautet Elenor", sagte er mit fester, lauter Stimme.
"Bezeichnung: Elenor, bestätigt", echote die metallene Stimme.

Als sie sich in Bewegung setzte fiel ihm auf, dass ihr Rückrat eine besonders stromlinienförmige Figur betonte und ihr Becken etwas zu locker montiert zu sein schien. Da Carl die Konsequenz daraus, die in der dadurch entstehenden Gangart Elenors lag, eher angenehm erschien, verzichtete er auf eine Korrektur.
Elenor schritt auf das Ende des Zimmers zu und zupfte die Vorhänge zurecht, wobei ihre Frontlämpchen aufleuchteten, als sie dabei einem kleinen Regal auswich. In der Beschreibung stand, dass man diese bei Bedarf entfernen könne, da sich einige Kunden durch das Licht gestört fühlen könnten.
Er konnte allerdings nicht behaupten, dass es ihn wesentlich störte, eher erinnerte es ihn an etwas...


Eine Woche war sie nun bereits in seinem Besitz, seine Elenor, mit den schwungvollen Bewegungen und der mittlerweile sanft anmutenden Stimme, mit der sie ihn täglich liebevoll weckte. Doch heute hatte er kaum Augen für seine Elenor, aus deren Unterseite gerade ein Staubsauger ausfuhr, nachdem eine Glaskaraffe zu Bruch gegangen war. Denn Carl erwartete Besuch.
Seine stets freundliche und zudem überaus attraktive Nachbarin Marie, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit Estrella aufwies, hatte sich angekündigt.
Er mochte Marie vom ersten Tag ihres Einzugs an, bestritt dabei aber vehement und deutlich zu enthusiastisch, dass dies etwas mit ihrer Ähnlichkeit zu seiner verlorenen Estrella zu tun hatte.

Elenor hatte er angewiesen, die besten Kekse und den köstlichsten Kuchen zu backen, den Tisch mit dem wertvollsten Porzellan zu decken und das Haus blitzblank zu polieren, was sein Maschinchen fröhlich summend sogleich in Angriff nahm.
Dann war es soweit. Die Klingel surrte.
Als er Marie die Tür öffnete, sah er sich einem muskulösen Klingonen gegenüber, der ihn mit überraschend freundlicher, tiefer Stimme grüßte. Dahinter kam das strahlende Gesicht der schönen Marie zum Vorschein. '
"Darf ich vorstellen? Das ist Charles", sanft strich sie dem Hünen über die kräftigen Arme, die er in ein Jacket gezwängt hatte, und ein zartes Rosa färbte ihre Wangen,
"Das brandneue Model aus der Elfenkönig-Serie, Typ 9.3.5. Mein alter fing leider Feuer... "

Nachdem alle hereingebeten wurden, wackelte Elenor herbei und nahm den Gästen die Jacken ab. Mit fast schon grotesk anmutender Geste überreichte Charles Elenor sein Jacket, und als ihre graziös ausgestreckte Hand die seine berührte sprühte ein Funke. Carl registrierte dies mit erhobener rechter Augenbraue, dachte dann aber nicht länger als nötig darüber nach, da Marie ihm ihre schmale Hand entgegenstreckte.
Den Tag über verbrachten sie weitestgehend im Wohnzimmer, essend und trinkend und miteinander lachend, während Carls Blick immer wieder auf Maries knappen Rock fiel.
Die beiden Hausroboter gingen ganz eigenen Beschäftigungen nach; während Elenor in der Küche spülte und mit lautstarkem Summen das Abendessen zubereitete, saß Charles wie ein Bodyguard neben Marie und starrte mit ausdrucksloser Miene durch die Tür in der Küche.

Als das Thema auf die Neuerungen der Technik fiel, rief der Gastgeber Elenor zu sich und aktivierte ihr Unterhaltungsprogramm. Sie nahm neben 9.3.5 auf der Couch Platz und Marie schlug vor, die beiden mit einem Hyperlink zu verbinden, der bei ihrem Gerät standardmäßig mitgeliefert wurde, um Interaktion mit anderen Robotern zu betreiben.
Unfähig, seinem Gast etwas auszuschlagen und ohnehin eher an ihr als an ihren Worten interessiert, nickte Carl eifrig. Ebenso gut hätte sie ihm vorschlagen können, nackt auf dem Tisch einen Wiener Walzer zu tanzen, da er viel zu sehr von ihrer Erscheinung abgelenkt war, als dass er ihr zuhörte.

Nachdem der Hyperlink aktiviert war, forderte Charles Elenor auf, etwas zu erzählen, und so erzählte sie von ihren Tagesaufgaben, ihren Erlebnissen mit Spülmaschine und Toaster sowie ihrem Interesse für Fußball, das Carl ihr einprogrammiert hatte, wobei ihre Stimme dann und wann wieder diesen mechanischen Klang annahm.
Zwischendurch stand sie auf und servierte frisches, warmes Gebäck.

Doch einmal, als sie das Zimmer wieder betrat, war etwas anders. Viel zu schnell und mit viel zu hoher, sich beinahe überschlagender Stimme erklärte sie die Speisen, die sie brachte.
Rauch stieg ihr aus Ohren und Nase, während sie munter weiterplapperte.
Carl schlug ihr vor, sich lieber wieder zu setzen, was Elenor so heftig nickend bestätigte, dass sich ihr Nacken dabei unmenschlich weit nach hinten bog.
Als ihr erhitzter Körper das Sofa berührte, fing das Möbelstück sogleich Feuer, woraufhin Elenor aufsprang, eine Wolke aus Qualm hinter sich herziehend, und mit einem Eimer Wasser wieder auftauchte. Sie kippte den Eimer hastig über das Sofa, und Carl dankte insgeheim der Fabrik dafür, Typ 8.4.2 als für den "Nassbereich geeignet" geschaffen zu haben.

Mehr beunruhigte ihn der Umstand, dass nun auch Elenors Kopf Funken sprühte und das säuberlich eingearbeitete Haar lichterloh in Flammen aufging.
Typ 9.3.5, Charles, aktivierte daraufhin seine Standard-Gefahr-Protokolle und schmiss der brennenden Roboterfrau eine Decke über den Kopf, die selber kurz Feuer fing, dann jedoch die Flammen erstickte. Keiner von ihnen konnte jedoch etwas gegen den Rauch ausrichten, der mittlerweile aus sämtlichen Körperöffnungen Elenors drang und bestialisch nach verschmortem Gummi und Plastik stank.
Maria schrie hysterisch "Löschen!", woraufhin ihr Hausroboter seine Brustklappe öffnete und eine Düse ausfuhr, aus der ein konzentrierter Strahl Löschschaum hinausschoss.
Doch es war vergebens. Dampfend glitt Elenor zu Boden, Carl fing sie auf, zog seine Hände jedoch sogleich mit einem spitzen Schmerzensschrei wieder zurück.
Wimmernd pustete er auf seine angesengten Fingerkuppen, die er sich an dem glühend heißen Metallgehäuse seiner Elenor verbrannt hatte.

Der wohl proportionierte Körper des Typs 8.4.2 fiel in sich zusammen, die gummiartige Oberfläche des Metallgehäuses begann blubbernde Bläschen zu bilden. Zischend kam der Roboter zum Erliegen, als das dampfende Metall in die Wasserpfütze am Boden glitt, die noch von der Sofa-Löschaktion herrührte.
Der Hausherr kniete traurig neben seiner kostbare Maschine, aus der leuchtend Funken stoben und deren Haut in zähflüssigen Streifen auf den Fußboden tropfte.

Die mit langen Wimpern umrandeten eisblauen Augen funkelten ein letztes Mal strahlend auf, Carl hätte schwören können, Tränen in ihnen gesehen zu haben, und weigerte sich es als geschmolzenes Plastik zu erkennen. Dann glitten die Lidklappen herab, der kirschrote Mund schmolz inmitten eines letzten Wortes, das nie mehr ausgesprochen werden würde.
Da lag sie, seine Elenor, tot, leblos, und an ihrem linken Ellbogen löste sich ein durch das Wasser aufgeweichter Aufkleber:
'Warnung! Von Kontakt zu Typen der Elfenkönig-Serie wird abgeraten, die Zusammenführung zweier gegengeschlechtlicher Typen kann zu Überhitzung der Schaltkreise führen.'

Noch immer auf dem Boden sitzend starrte er fassungslos auf das Schild. Wieso bloß hatte man es an einer derartigen Stelle angebracht? War es Absicht, ein dummer Irrtum oder bloßes Unwissen darüber, dass dies die letzte Stelle am Körper eines Typ 8.4.2 war, die ein Hausherr sich ansah?
Carl sah traurig vom Boden auf - direkt unter den Rock seiner Nachbarin, und errötete wie die Schale eines frischgekochten Hummers.
Er gefror kurz inmitten der Bewegung, starrte wie gebannt vor sich und blickte dann mit glühenden Wangen auf die Überreste seiner Elenor zurück. In der Wasserpfütze spiegelte sich das, was er beim Aufblicken erspäht hatte. Er verspürte eine plötzlich aufsteigende Hitze und grinste verlegen.
Ja, die Zusammenführung zweier gegengeschlechtlicher Typen konnte zu Überhitzung der Schaltkreise führen.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 18:01

Geschichte 6
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275848
Geschichte 6

Der Elfenkönig

Riker und Troi saßen in ihrem Quartier. Sie analysierten die letzte Verhandlungsphase mit den Romulanern. "Shelby an Riker." Der Captain betätigte seinen Kommunikator. "Sprechen Sie." "Eine Transmission von Senator Magnus erreicht uns von Romulus. Sie ist für Sie persönlich." "Stellen Sie sie durch, Commander." Auf dem Bildschirm seines Computers leuchteten die Worte "Incoming Transmission" auf und darauf erschien ein Romulaner. Er sah schockiert und beunruhigt aus. Seine Stimme zitterte. "Will, ich habe nicht viel Zeit." "Was ist pass..." begann Riker. "Unterbrich mich bitte nicht. Ich werde vermutlich in wenigen Minuten festgenommen. Pro-Konsul Regulus wurde ermordet! Man wird mir den Mord anhängen! Bitte hilf mir. Und achte auf die Vorkommnisse: Ich bin sicher, es hat mit den Friedensverhandlungen zu tun. Der Mord geschah durch Gift, welches, weiß man noch nicht genau." Nun lag Angst in seiner Stimme. "Bitte lass nicht zu, dass sie mich verurteilen, der Mord wurde gewiss verübt, um ..." Plötzlich wurde der Bildschirm wieder so schwarz wie zuvor. "Riker an Brücke, was ist geschehen?" "Die Transmission wurde beendet, Sir", meldete Shelby. Riker sah seine Frau an. Sie sah vermutlich genauso beunruhigt aus wie er.

"Erlaubnis an Bord zu kommen?" "Das fragen Sie doch nicht im Ernst, oder?" Kathryn Janeway lächelte. "Oh Chakotay, Sie haben mir gefehlt." "Sie mir auch, Kathryn", antwortete Chakotay. Janeway sah sich in dem Transporterraum um, er sah genau wie immer aus. Wie schön es doch war, wieder hier zu sein. Sie und Chakotay verließen den Transporterraum. "Wer war das, der den Transporter bediente?" fragte sie. "Crewman Pedro José, frisch von der Akademie hier. Sie werden einige neue Gesichter sehen." Sie betraten den Turbolift "Brücke. Zum Beispiel Fähnrich Wladimir Chekov. Der Enkel vom berühmten Navigator Pavel Chekov." "Ich hoffe, er hat Tom nicht von der Con verdrängt" sagte Janeway mit leicht ironischer Stimme. "Er ist nicht ganz den Leistungen seines Großvaters gefolgt, sondern stattdessen Sicherheitschef und taktischer Offizier geworden. Auch er ist frisch von der Akademie, stolz darauf, auf einem Raumschiff dienen zu dürfen, bescheiden, pflichtbewusst, aber auch zurückhaltend und ein klein wenig nervös." "An wen erinnert er mich nur...", sagte Janeway und lächelte. "Turbolift Halt. Chakotay, ich kann es nicht leugnen, glücklich zu sein, einmal wieder die Voyager zu kommandieren, aber glauben Sie mir, ich..." Sie kam nicht zu Ende, denn Chakotay erwiderte sofort: "Kathryn. Das ist kein Opfer für mich. Und ich weiß, dass sie für diese Mission der fähigste Befehlshaber sind." Chakotay lächelte sie an und sie lächelte zurück. Darauf ließen sie den Turbolift weiterfahren.

Janeway saß in einem Sessel in ihrem Quartier. Sie aß Kaffeeeiscreme, etwas, was sie schon lange nicht mehr getan hatte und was ihr daher umso mehr schmeckte. Sie dachte über ihre Begrüßung auf der Brücke nach. Sie war hocherfreut Chakotay, Tuvok, Harry, B'Elanna und Tom wiederzusehen, aber dennoch fühlte sie sich ein wenig fremd auf der Brücke, an dem Ort, der ihr einst mehr vertraut war als ihr Quartier. Seven war mittlerweile Fähnrich, jedoch vor zwei Wochen für eine Kurzmission auf ein Forschungsschiff versetzt worden. Janeway beschloss gerade, dem Doctor guten Tag zu sagen, als Tuvoks Stimme aus ihrem Kommunikator ertönte: "Admiral, eine Nachricht von Captain William Riker von der USS Titan." "Stellen Sie sie durch Tuvok, danke", antwortete Janeway. Auf ihrem Bildschirm erschien Riker. "Verzeihen Sie Admiral, dass ich Sie störe, aber wir haben nun einen kompletten Bericht über den... Vorfall. Ich sende alle Daten in einem Datenstrom. Es heißt, ihr Chefarzt wäre besonders fähig und erfahren. Vielleicht wird er aus diesen Daten schlau. Ich weiß nur eins, auch wenn alle Indizien darauf hindeuten, dass Senator Magnus der Mörder ist, so kann ich und - offengesagt - auch die Romulanischen Behörden das nicht glauben. Er war es, der sich sehr für diese Verhandlungen eingesetzt hat, er war es, der sie stets beschleunigen wollte. Ich bin sicher, der Mord an Pro-Konsul Regulus wurde deshalb verübt, weil jemand die Verhandlungen beenden wollte, um dann alles auf Magnus hindeuten zu lassen. Alle wären glücklich, wenn man etwas anderes sagen könnte." "Wir finden die Wahrheit heraus, Captain." "Danke Admiral. Riker Ende." Der Bildschirm wurde wieder schwarz und Janeway blieb einen Moment sitzen. Magnus war allen bekannt als offen und freundlich, er sprach sich schon vor Jahren für eine Vereinigung mit der Föderation aus. Er war es, der damals erreichte, dass der Klon von Picard nicht tatsächlich in die Sternenflotte eingeschleust wurde. Janeway stand auf und verließ ihr Quartier. Sie ging auf die Krankenstation, wo sie gleich freudig begrüßt wurde. "Captain, äh... Admiral, wie schön, Sie endlich einmal wieder zu sehen!" Der Doctor war unheimlich glücklich und stolz zeigte er ihr seine neu eingerichtete Krankenstation mit den modernsten Geräten und "Zwei Schwestern. Nun bin ich nicht mehr auf Mr. Paris durchschnittliche Fähigkeiten angewiesen." Doch die Ironie in seiner Stimme war unverkennbar, und schließlich war sich Janeway der Hassliebe zwischen den beiden bewusst, die offenbar immer noch existierte. Nachdem der Doctor einen neuen Neuralscanner mit großem Vergnügen gezeigt hatte, sagte Janeway: "Doctor. Ich brauche Ihre Hilfe. Sie wissen von unserer Mission, Nachforschungen anzustellen?" Nachdem der Doctor genickt hatte, fuhr sie fort: "Diese Daten habe ich soeben von Captain Riker erhalten. Tun Sie bitte Ihr möglichstes, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Denn irgendetwas stimmt nicht bei dem Gedanken, dass Senator Magnus den Prokonsul ermordet haben soll. Die Verhandlungen sind gefährdet, und das ist das letzte was wir brauchen."

Der Doctor war verzweifelt. Was auch immer er ausprobierte, um das Gift zu identifizieren, er fand nichts. Seine Kollegen von der Titan und den Romulanischen Behörden hatten alles Mögliche ausprobiert und ihm fiel nichts Neues zu tun ein. Er ging nun zum Besprechungsraum, da ein Briefing stattfand. "Haben Sie etwas herausgefunden, Doctor?", fragte Janeway. "Nein", antwortete dieser enttäuscht. "Ich kann keine Fortschritte melden." Harry sagte: "Aber wenn die Romulanischen Behörden genau wie wir denken, dann werden sie ihn doch trotzdem freilassen, um die Verhandlungen nicht zu gefährden." "Nein, das werden Sie nicht", antwortete Tuvok, "alle Indizien deuten darauf hin, dass er es war, sie waren alleine im Zimmer und haben über die Fortschritte bei den Verhandlungen hitzig diskutiert. Vermutlich werden die Romulaner ihn verurteilen, trotz seiner Behauptung, mit einem Phaser betäubt worden zu sein." "Hinzu kommt", meinte Tom, "dass es wohl kaum ein Ruhmesblatt für die Behörden wäre, niemanden gefunden zu haben, der eine so bedeutende Persönlichkeit ermordet hat." Chakotay fragte: "Und wenn wir Seven herbeordern würden. Schließlich weiß sie eine ganze Menge über..." "Natürlich!", rief der Doctor begeistert. "Seven! Mit ihren Nanosonden und meinem neuen Molekularscanner könnte ich in der Lage sein, das Gift genau zu identifizieren!" Janeway war nicht minder begeistert. "Harry, kontakten Sie sofort die USS Sloane. Sie soll sofort mit Höchstgeschwindigkeit hierherkommen. Dies hat Top-Priorität!" Alle waren bereits aufgestanden, da ertönte B'Elannas Stimme durch das Interkom: "Admiral, Chekov hat eine Nachricht von den Romulanern empfangen. Sie haben an Rest-Infrarotstrahlung entdeckt, dass tatsächlich jemand im Zimmer, wo der Mord geschah, gewesen ist. Das Abbild zeige eindeutig einen Klingonen."

Diese neue Erkenntnis war auf der einen Seite erfreulich, denn so bestand eine große Chance, den Senator freizubekommen, doch auf der anderen Seite war es auch beunruhigend, schließlich herrschte Frieden zwischen den Klingonen und der Föderation, doch war dieser aufgrund der Gespräche mit den Romulanern in Gefahr? Janeway war nicht überzeugt davon, denn die momentane klingonische Regierung war ebenfalls bereit, die alten Feindseligkeiten mit den Romulanern zu beenden. Aber wer konnte es dann sein? Ein einzelner Terrorist. Vielleicht jemand, der verlorene Freunde und Verwandte, die durch die klingonisch-romulanischen Gefechte starben, rächen wollte. Doch um in das Haus des Pro-Konsuls hineinzukommen, brauchte man sicher mehr, als eine kleine Terrororganisation. Seit zwei Tagen schon rätselten alle darüber, doch es gab keine Hinweise, wer der Klingone war. Die Romulanischen Behörden hatten, nachdem es keine weiteren Indizien und Hinweise gab, erneut versucht, die Schuld auf Magnus zu schieben, vermutlich, um keinen offenen Krieg mit den Klingonen zu riskieren, den sie ohne die Hilfe der Föderation aufgrund ihrer durch eine mächtige Remanische Terroristengruppe angeschlagenen Flotte vermutlich nicht gewinnen würden. "Admiral Janeway bitte auf die Brücke", ertönte Chakotays Stimme aus ihrem Kommunikator. "Ich komme sofort."

Auf dem Bildschirm war deutlich ein Schiff der Nova-Klasse zu erkennen. "Es ist die Sloane", meldete Chekov. "Rufen Sie sie", sagte Chakotay. "Erstaunlich, sie hätte erst in 35 Stunden ankommen dürfen. Chekov, gleichen Sie die Langstreckensensoren ab. Ist das Schiff kontinuierlich so weit gekommen?" "Ja, und es ist ganz definitiv die Sloane. Aber je früher, desto besser", antwortete er. Harry sagte plötzlich: "Sie antworten nicht, aber sie laden ihre Waffen. Und ich erkenne deutlich holografische Signaturen an der gesamten Hülle!" "Dies ist nicht die Sloane", sagte Janeway, "Tom, Ausweichmanöver, Harry, einen Deflektor-Impuls aussenden, dies dürfte die holografische Darstellung auflösen, Chekov, sobald sie feuern, Feuer erwidern." Auf dem Bildschirm konnte man den Deflektor-Impuls auf das fremde Schiff strahlen sehen. Und es änderte seine Form, wurde zu einem alten Schiff der K'Vort-Klasse. "Machen Sie das Schiff kampfunfähig!" befahl Janeway. Harry meldete: "Eine Selbstzerstörung wird aktiviert!" "Wir sind schon weg", sagte Tom. Auf dem Bildschirm sah man das Schiff explodieren. "Klingonen...", schnaufte Janeway. "Und jetzt sind sie Weltraumschrott", murmelte Tom.

Planmäßig traf die echte USS Sloane ein. Janeway war sehr froh, Seven wiederzusehen, doch für lange Gespräche blieb keine Zeit, da der Doctor sofort mit den Untersuchungen anfangen wollte. "Was gibt es Doctor?" fragte Janeway, als sie die Krankenstation betrat. "Ich bin fündig geworden, Captain, mithilfe eines von mir neu entwickelten Scannermodus, in Kombination mit Nanosonden und meinem neunen Neuralscanner gelang es mir dank meiner jahrelangen Erfahr..." "Nur das Ergebnis, bitte, Doctor." "Ich stieß auf ein nicht replizierbares, nur auf Parutukus II herstellbares Gift. Dieses tötete Pro-Konsul Magnus." "Parutukus II ist doch tief im klingonischen Raum, oder?" "Ich fürchte, ja, Admiral. Ohne Zustimmung des klingonischen Geheimdienstes ist das Gift nicht herzustellen, da es auch für tödliche Bio-Waffen verwendet werden kann." Janeway war schockiert. Es sah tatsächlich ganz so aus, dass ein großer Teil des Hohen Rates und des klingonischen Geheimdienstes versuchten, den Frieden zu sabotieren, vielleicht steckte sogar die Regierung selbst dahinter. Und nun standen nicht nur die Verhandlungen mit den Romulanern, sondern sogar die Allianz mit den Klingonen selbst auf dem Spiel. Dies könnte die Ursache für einen neuen Krieg bedeuten. Da ertönte Tuvoks Stimme aus ihrem Kommunikator. "Admiral, kann ich Sie bitte kurz alleine sprechen? Ich habe eine vermutlich wichtige Entdeckung gemacht."

Janeway, Chakotay und Tuvok standen im Bereitschaftsraum - gemeinsam mit zwei bewaffneten Sicherheitsoffizieren und Fähnrich Chekov. Dieser fragte: "Warum bin ich hier, was soll das?" "Sie wissen genau, warum Sie hier sind, Wladimir", erwiderte Chakotay, dessen Stimme enttäuscht klang. "Dann erklären Sie es mir, Sir." "Sie haben versucht, die Sensordaten des klingonischen Schiffes zu löschen." "Das habe ich... wieso?!" Tuvok sagte: "Dies wollen wir von Ihnen wissen. Es gelang mir, die Daten zu rekonstruieren, denn ich war misstrauisch, als einige von ihnen fehlten, die ich für eine Analyse des Angriffs brauchte. Schließlich erkannte ich nicht nur, dass Sie die Daten offenbar vor uns verbergen wollten, sondern auch, was wir offensichtlich nicht wissen sollten: Das Schiff war nicht bemannt. Es waren nur Hologramme an Bord, die falsche Biowerte aussandten, Hologramme mit einer Romulanischen Signatur." "Das... das ist nicht wahr! Captain, wie kann er nur einen solchen verdacht überhaupt äußern?" Chakotay sah nun beinahe wütend aus, etwas, das bei ihm nur sehr selten zu sehen war: "Sie haben gegen die Föderation konspiriert - mit irgendwelchen Romulanern. Sie haben Ihnen vermutlich auch mitgeteilt, dass die Sloane hierher unterwegs war. Ermutigt von diesem Erfolg überprüfte Tuvok auf gleiche Weise die Daten über den Klingonen, der angeblich im Zimmer war und über das Toxin. Dieses war ebenfalls mit einer holografischen Signatur überzogen, tatsächlich ist es ein Romulansiches Gift gewesen, welches Pro-Konsul Regulus ermordet hat. Und der Mörder hatte Zugang dazu." "Warum haben Sie und Senator Magnus die Verhandlungen zu sabotieren versucht?" fragte Janeway. Chekov wollte aufstehen, doch einer der Sicherheitskräfte drückte ihn nach unten. "Magnus und ich kennen uns gut. Wir sind beide froh über die Verhandlungen, die endliche unsere Rassen vereinen. Aber wir wollten einen Konflikt mit den Klingonen auslösen, den die Föderation und das Romulanische Imperium - vereint - gewonnen hätten. Die Klingonen sind eine minderwertige Rasse und eine Allianz mit Ihnen ist gefährlich. Sie sind wie Tiere, Barbaren, unzivilisiert. Sie sind weder Verfechter von Freiheit noch von Gerechtigkeit, Intelligenz, Freundlichkeit oder Treue." Janeway blickte überrascht über dieses Geständnis drein. "Sie aber ebenso wenig, Fähnrich. Kennen Sie nicht die Geschichte vom Elfenkönig?" Chekov schüttelte den Kopf. "Es gab einst zwei Völker auf der Erde, die Elfen und die Menschen. Beide waren von völlig anderer Natur. Doch der Elfenkönig verabscheute die Menschen und ihre Sitten. Er hielt sein Volk für das Überlegene, das Bessere, nur weil er sich nicht die Mühe machte, zu verstehen, dass auch die Menschen sich auf eine Kultur, auf Werte beziehen konnten. Weil er sich weigerte, die Menschen zu akzeptieren, vielleicht auch von ihren Eigenarten zu lernen, ging der Krieg zwischen ihnen immer weiter und die Elfen gingen schließlich daran zugrunde." Chekovs Gesicht aber war zu wutverzerrt, um Janeways Worte zu begreifen "Wir hätten den alten Klingonenkreuzer aus dem Romulanischen Museum nicht schicken sollen, daran gingen wir zugrunde." "Da haben Sie recht, nur so bin ich auf Datenmaterial gestoßen, was zur Aufdeckung des Falls beitrug", antwortete Tuvok. Chakotay sagte: "Ich denke, wir haben einander nichts mehr zu sagen, Fähnrich." Er nickte den Sicherheitsoffizieren zu: "Bringen Sie Mr. Chekov in den Arrest."




Anmerkung: Die Geschichte spielt etwa 3 Monate nach den Ereignissen von "Nemesis"

Beitrag wurde am 19. September 2008, 18:24 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 18:23

Geschichte 7
Superuser
-spicy- Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
STVC Verwaltung Familienlogo

Benutzergrafik
Beitraglink: 275849
Geschichte 7

Der Unterschied

Mit einem Zischen öffnete sich der Turbolift.
"Jetzt sei nicht so verdammt eingeschnappt!"
Tom Paris blickte überrascht auf.
"Eingeschnappt? Ich und eingeschnappt?" Eilig schritt er in den Korridor, an amüsiert blickenden Crewmitglieder vorbei.
"Lass mich nicht einfach so stehen!", rief Belana, warf einem Crewman einen hasserfüllten Blick zu und eilte Tom nach.
"Was soll das?", drehte er sich abrupt um und versuchte erst nicht seine Stimme ruhig zu halten, "Folgst du mir nun durchs ganze Schiff?"
"Wenn es sein muss! Ja!"
Kurz schien er etwas unüberlegtes erwidern zu wollen, besann sich jedoch und eilte weiter.
"Siehst du? Es ist wie Chakotey sagte, du gehst Konflikten lieber aus dem Weg..."
Tom bog in ein anderen Korridor ab, Belana dicht folgend.
"Offensichtlich kann ich das nicht so gut, sie folgen mir..."
"Werd jetzt nicht sarkastisch!", unterbrach sie neben ihm eilend.
"War ich nicht."
"Und ob!"
Er hielt an und seufzte.
"Belana... es ist einfach nicht..." Er verstummte als zwei Fähnriche um die Ecke bogen.
"Was ist nicht?", rief sie die Vorbeilaufenden ignorierend.
"Können wir das einfach später besprechen?", fragte Tom letztendlich.
"Wieso? Es gibt nichts zu besprechen, ich habe mich entschuldigt oder?" Sie war immer noch erhitzt.
"Ich sagte doch... später", und deutete auf die immer mehr werdenden Zuhörer. Belana blickte sich rasch um (woraufhin zwei junge Kadetten sich eifrig mit einer Diagnosetafel an der Wand beschäftigten).
"Lt. Gromess!", rief sie den jungen Mann zu sich. "Auf wessen Seite stehen sie?"
"Wie ich schon heute morgen gesagt habe, Sir, denke ich dass Lt. Paris ein klein wenig..."
"Du besprichst das mit dem da?", unterbrach Tom verwundert und entsetzt zugleich.
"Ähm Sir, Lt. Gromess, Sir", warf jener ein. Tom lies Belana erneut stehen und marschierte in die entgegengesetzte Richtung.
"Siehst du? Wie Chakotey gesagt hat...", fing Belana erneut an, als sie ihn eingeholt hatte. Vor dem Turbolift blieben sie abermals stehen.
"Erstens", begann Tom nachdem er tief Luft holte, "kann ich wirklich nicht verstehen, warum du ausgerechnet mit diesem Gomez die Situation erörtern..."
"Gromess!", korrigierte Belana.
"... erörtern musstest und es es ist mir echt egal ob er Gromez, Bambi oder Elfenkönig heißt. Der Typ ist eine Null und trifft nie ins Schwarze. Nicht mal aus zwanzig Zentimetern! Und zweitens", fügte er rasch hinzu um sie nicht zu Wort kommen zu lassen, "ist es mir so etwas von egal", der Turbolift hinter ihnen glitt zischend auf, "was unser Pseudoindianer Chakotey immer sagt..."
"So? Was hat er denn genau gesagt?", erklang ausgerechnet Chakoteys Stimme. Tom und Belana drehten sich langsam um.
"Nichts, Sir.", reagierte Tom. Chakotey schmunzelte.
"Kann ich vielleicht helfen?", bot er freundlich an.
"Nun, Tom ist immer noch wegen dieser Angelegenheit sauer... Sir!", meldete Belana wahrheitsgetreu jedoch nicht ohne eine gewisse Genugtuung. Beide blickten sich kurz an.
"Ah, ja... Ich verstehe!", nickte Chakotey. "Nun Tom, wenn sie mich fragen...", und während Chakotey sprach, lief er langsam in den Korridor und zwang die beiden Offiziere Schritt zu halten. "Ich denke so etwas passiert einfach von Zeit zu Zeit, wissen sie. Kein Grund zur Beunruhigung. Und jetzt entschuldigen sie mich bitte...", er blieb stehen und schaute Tom schmunzelnd an, "aber ich muss mich um wichtige Indianer-Dinge kümmern. Sie verstehen schon..."
"Sir, ich...", begann Tom doch Chakotey winkte ab und ging davon. Tom wandte sich Belana zu.
"Toll, einfach toll!"
"Wieso, was ist? Du hast doch so ein Theater um so eine Kleinigkeit gemacht, nicht ich!", erwiderte sie.
"Klar, aber du musstest wegen einer Kleinigkeit das halbe Schiff informieren!"
"Das wäre auch nicht nötig gewesen, wenn du nicht so einen Aufstand gemacht hättest!" Beide standen sich genau gegenüber.
"Betazoidische Traschtante!", rief er.
"Aufgeblasenes, ängstliches, feiges, jämmerliches Kleinhirn!"
Tom lies den Mund kurz offen.
"Hast du mich Kleinhirn genannt?"
"Wie das Hirn eines Mannes..."
Hinter ihnen ging die Tür auf und Neelix blieb von der Szene überrascht stehen.
"Oh-na-warte!", rief Tom herausfordernd. "Du halbe klingonische..."
"Ah! Halt!", Belana hob ihre Hand vor Toms Gesicht. "Wenn du etwas gegen Klingonen sagen wirst, dann schwöre ich dir, dann trete ich dich persönlich durch eine Luftschleuse bis hin zu den jämmerlichen Weltraumschrott in dem wir Neelix damals aufgefischt haben!"
"Wenn... wenn ich etwas sagen dürfte?", mischte sich Neelix ein, "Vielleicht sollten sie beide sich beruhigen und bei einer Tasse Wirselkrauttee eine gemeinsame.... hey!", dämmerte es ihm endlich. "Was soll das heißen, im Weltraumschrott aufgefischt?"
Hinter den drei glitt zeitgleich der Turbolift abermals auf und Tuvok und Harry betraten (mehr und weniger verwundert) die Szene.
"Tom, alles ok?", fragte Harry sogleich.
"Ich nehme an ihre Streitereien bezüglich des kleinen Zwischenfalls...", begann Tuvok eine Augenbraue hebend.
"Herr Gott, weiß denn wirklich jeder Bescheid?", rief Tom unbeherrscht.
"Jetzt hör auf!", mahnte Belana. "Als ob du es nicht Harry gesagt hättest!"
"Was gesagt?" Harry blickte ahnungslos in die Runde.
Tom warf Belana einen vorwurfsvollen Blick zu, woraufhin sie es sich nicht verkneifen konnte aufzulachen.
"Ihr klebt aneinander wie Stan und Oliver oder wie die hießen, würdet euch gegenseitig ein Alibi für einen Mord geben ohne mit der Wimper zu zucken und so etwas erzählst du ihm nicht?"
Tuvok hob die andere Augenbraue; Tom schritt unwohl zur Seite und mied Harrys Blick.
"Es ist ja auch nichts wichtiges!", redete er sich heraus. "Ich wusste ja nicht dass du so ein Theater deswegen machst und mit jedem Erörtern musst."
Belana winkte ab. "Erzähl das nicht mir..."
"Nein. Ist doch in Ordnung.", sagte Harry eilig und winkte ebenfalls ab, jedoch nicht so überzeugend. "Ich erzähle Tom auch nicht jede Kleinigkeit, ist doch logisch!"
"Ach und als du ihn neulich dringend sprechen wolltest weil..."
"Belana!", unterbrach Tom scharf und teils aus Überraschung hielt sie still. Ein langes Schweigen folgte.
"Vielleicht...", begann Tuvok, "sollten wir das Gespräch an diesem Punkt beenden und uns wieder unseren Aufgaben widmen."
Noch bevor jemand etwas darauf erwidern konnte leuchtete rotes Licht auf.
"Janeway an die Führungscrew. Sofort zur Brücke. Es ist...", der Rest ging verloren. Gleichzeitig erlosch das rote Licht und damit sämtliche Beleuchtung.
"Also was zur Hölle...", fluchte Tom.
"Wie ich höre geht es Lt. Paris gut, sind sonst noch alle wohlauf?", erkundigte sich Tuvok.
"Ja, ich muss zum Maschinenraum!", rief Belana und bewegte sich bereits an der Wand tastend von der kleinen Gruppe fort.
"Belana komm zurück!", forderte Tom, wissend, dass sie nicht auf ihn hören würde.
"Sollten wir nicht alle zusammen bleiben?", erkundigte sich Neelix, der nach wie vor bei der Gruppe stand.
"Harry, vielleicht sollten Sie und Mr. Neelix hier...", ein zischendes Geräusch unterbrach Tuvok.
"Habt ihr das gehört?", fragte Neelix sofort.
"Ja. Diese verdammte Dunkelheit! Tuvok, können sie als Vulkanier mehr sehen?", erkundigte sich Tom.
"Nein Mr. Paris. Auch ihnen dürfte bekannt sein, dass ein geschlossener Raum ohne Lichtquelle..."
Ein Applaus unterbrach ihn.
"Bravo, Bravo... wie Öde! Ich möchte sterben!"
Aus der Dunkelheit erschien zuerst ein Gesicht, dann eine äußerst ungewöhnliche Lebensform; in Menschengestalt.
"Nur leider bleibt mir diese Erlösung verwehrt..."
"Q!", riefen Tom und Harry zeitgleich.
"Nein, nicht mehr. Kein Wort!", und mit einer raschen Handbewegung verschloss er alle Münder. Die Umgebung erhellte sich allmählich und schockiert nahmen sie wahr, dass niemand auch nur ein Ton hervorbringen konnte, obwohl sie ihre Lippen bewegten.
"Meine Herren... keine Sorge, auch wenn ich gerne das Universum von ihrem Geschwafel erlösen würde, so ist es gewiss nicht meine Intention sie ewig mundtot zu machen, dafür gäbe es interessantere Möglichkeiten, glauben sie mir."
Q grinste breit.
"Ich habe gelegentlich das eine oder andere Auge auf dieses kleine Schiff geworfen - das ist nur eine Floskel Harry, nicht so schockiert sein! Und nein, was habe ich mir nur dabei gedacht, als ich Jean-Luc eingestand, dass eure ach so jämmerliche Spezies ein Hauch von Potential besäße! Ihr habt die einmalige Möglichkeit eine gänzlich neue Region eurer Galaxis - weit entfernt eurer Heimat - zu erforschen... vertan! Anstatt die Wunder des Alls zu erforschen, sich mit den neuen, sich mannigfaltig bietenden Möglichkeiten zu experimentieren... flieht ihr vor ihnen! Wenn sich auf der einen Seite etwas außergewöhnliches, noch nie da gewesene präsentiert, schaut ihr weg und fliegt in die entgegengesetzte Richtung! Und sprechen wir mal über die unzähligen Kulturen, die ihr verletzt, angegriffen oder sogar zerstört habt!"
Q hielt kurz inne.
"Oh Harry, ihre Gedanken fliegen mir aus ihrem Spatzenhirn glatt entgegen! Sie haben nie Kulturen zerstört, nein? Sicher?"
Die Tür zu Neelixs Quartier glitt auf und Harrys Körper schwebte ohne dessen Zutun hinein.
"Ich werde sie gleich mit einigen Individuen bekannt machen Harry. Individuen, die sie auf dem Gewissen haben. Durch Fehler, falschen Entscheidungen, Verzögerungen und vor allem Unwissenheit. Sie freuen sich schon lange sie persönlich treffen zu dürfen." Die Tür glitt zu.
"Nehmen wir doch als Beispiel die Hirogen... Wer erinnert sich? Oh ja, Tuvok, derjenige der das einzig kostbare im Universum, Emotionen, zu unterdrücken vermag... Für die menschliche Spezies erkläre ich es etwas genauer. Die Hirogen, eine Lebensform ohne Heimat, ohne Planeten, ohne Sesshaftigkeit. Jedes Individuum zählt gleich! Getrieben nach der Suche nach der perfekten Jagd. Über tausende Lichtjahre zerstreut... Und was passiert nach dem Kontakt mit dem homo interkosmos oder wie auch immer ihr euch selbst bezeichnet? Die Hirogen suchen einen Planeten, bauen Städte, simulieren die Jagt anstatt sie zu erleben!"
"Nein Neelix sie bemitleidenswerte Kreatur. Es geht um die einzige zentrale Frage im Universum, aber ich denke sie alle werden es wohl nie verstehen! Instinkt! Für die Hirogen die Jagt! Für die Klingonen... vielleicht der Schmerz, wer weiß?. Für die Borg die Perfektion. Und für euch meine Freunde. Die Neugier! Die Suche nach Fragen, nach Antworten und nach neuen Fragen. Jean-Luc hatte es verstanden, aber vielleicht, war er auch nur eine Ausnahme..."
"Und nun entschuldigt mich, ich werde mich noch mit Kathrin unterhalten müssen bevor ich eure jämmerliche Erinnerungen lösche und ihr mit eurem schmierigen Kindertheater weiter machen dürft, bis euch vor lauter Langeweile die Decke - oder der eigene Verstand - auf den Kopf fällt."
Dunkelheit.
"Oder eine höhere Instanz euch in die ewigen Abgründe des Vergessens befördert..."

Mit einem Zischen öffnete sich der Turbolift.
"Jetzt sei nicht so verdammt eingeschnappt!"
Tom Paris blickte überrascht auf. Er fühlte Belanas Streit suchender Blick noch bevor sich ihre Blicke kreuzten. Ein leiser Lufthauch zirkulierte durch den zylindrischen Lift, losgelöst von der präzisen Bewegung der sich öffnenden Türen. Die Anzeige leuchtete in matten Grün: Deck 11, Sektion 47. Elektronen die flossen, die etwas zum Leuchten brachten. Ein Leuchten dass sich unmerklich in den leicht matten Displays spiegelte, sich vermischte mit allen weiteren Reflektionen, mit dem diffusen Licht... Das leise Knistern der Uniform erklang bei jeder kleinen Bewegung, etwas was ihm zuvor nie bewusst aufgefallen war. Und seine Hand, ein unglaubliches Geschenk! Ein Werkzeug sondergleichen! Das Gefühl etwas zu berühren... Stahl, Stoff, Haut. Unmerklich hatte er nach Belanas Hand gegriffen. Die Wärme gespürt. Ein verwunderter Blick traf ihn. So seltsam. Und welch ein Wunder! Die Evolution zweiter weit entfernter Planeten! Unabhängig von einander solch komplexe Lebensformen hervorgebracht, die eines Tages sich trafen. Und dann das: Ein Mensch, ein Klingone! Und ein einzigartiges Kind! Millionen Jahre Evolution steckten in ihr...
"Tom, alles klar?", fragte Belana verwundert.
"Ja.", erwiderte er schlicht. "Ich bin nicht eingeschnappt."

Beitrag wurde am 19. September 2008, 21:42 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

19.9.2008, 18:45

 
Guinan
(gelöschter User)
Kommunikator
Beitraglink: 275877
Geschichte 1
Sehr mitreissend geschrieben,ich konnte mich gut in den Studenten versetzen.

Geschichte 3
Auch hier sehr einfühlsam und ich könnte mir vorstellen das die Technik bald soweit ist.

Geschichte 7

Ich liebe Chakotaygeschichten.

Beitrag wurde am 20. September 2008, 12:04 Uhr editiert.




20.9.2008, 12:01

 
Lieutenant Commander
Korak Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Voyager's Journey Familienlogo

7786 CP

Aktivitätsquote:

1.19%

Benutzergrafik
Beitraglink: 275890
1. Geschichte #7

Ich finde es wunderbar, dass eine Geschichte soviele Wörtliche Rede enthält. Auch ich finde Chakotay - Geschichten wunderbar. Großes Lob an den AutorGrafik.

2. Geschichte #2
Großes Lob an den AutorGrafik.

3. Geschichte #3
Auch hier ein großes Lob an den AutorGrafik!



An alle anderen Autoren: Grafik




Leben Sie Lang' und in Frieden!

20.9.2008, 14:50

Optionen
Als Gast steht nur zur Auswahl das Thema als RSS Feed abonnieren.

Copyright