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TPan schrieb am 1. März 2006, 23.19 Uhr:
Sei nicht böse, aber mich interessiert immer, was die Menschen stört an Büchern....(mal wieder in Erklärungsnot bin)

Der Inhalt: unglaubwürdige, schlecht gezeichnete Charaktere hab hier gerade meine Rezi zur Hand ..Grafik

Titel:DER KUSS DES VAMPIRS
OT: The Last Vampire)
Autor: Whitley Strieber
Ü: Joannis Stefanidis
ISBN: 3-442-45161-2
Seiten: 474
Verlag:Blanvalet 45161, März/2002



Miriam Blaylock ist eine Hüterin. Ihr Herde -ihr Vieh- sind Menschen. Sie ist eine Jägerin, die das Blut des Viehs zum Überleben braucht. Mehr als vier tausend Jahre schon.
Paul Ward ist CIA-Agent. Seine Profession ist das Jagen. Seine Beute: Vampire.

Miriam will in Thailand die asiatische Konklave aufsuchen, eines jener Treffen von Hütern, die einmal im Jahrhundert stattfinden. Obwohl sie unter ihresgleichen als Außenseiterin gilt, treibt sie die Suche nach einen geeigneten Partner, mit welchem zusammen sie einen letzten leiblichen Nachkommen zeugen will. In Asien angekommen muss sie feststellen, dass sämtliche Hüter des Kontinents vernichtet wurden. Überstürzt flieht sie nach Paris, den Urheber des Massakers -Paul Ward- dicht auf ihren Fersen. Dort kann sie ihm zum zweiten Mal knapp entkommen, während auch die Pariser Vampire vollständig ausgelöscht werden. Als geborene Kämpferin und Jägerin beschließt sie, Paul in ihrem Domizil in Manhatten eine tödliche Falle zu stellen. Doch auch Paul ist mehr als nur ein Mensch....


Schon nach wenigen Zeilen beginnen die Gedanken zu schweifen, träge treiben Assoziationsblasen an die Oberfläche des Bewusstseins: ich sehe den modern expressiven Vampir-Film "Begierde" vor meinem geistigen Auge, glaube Delibes Oper Lacmé zu hören (Anm: die Figur der Miriam ist tatsächlich Vorlage für den gleichnamigen Film von Tony Scott). [wie im Fluge ziehen die ersten 60 Seiten vorüber]; ein braungebrannter Mann mittleren Alters hämmert zwischen dem Besuch eines Fitness-Studios und einem Psychiatertermin stakkatoartig einen Roman in seinen Laptop [...die nächsten 100 Seiten]; der Geist fängt an, in transzendentalere Gefilde zu entfleuchen, die Bedeutung der Zahl Null im Universum nimmt immer mehr Raum ein [...das Buch ist zu Ende]; auf dass mich das große Nichts umfange [Norman Spinrad] -474 Seiten geballtes Nichts!


Die Kritik auf eine sachliche Basis zu stellen -mit Textstellen und Zitaten zu untermauern- bedeutete, den Rahmen dieser Rezension zu sprengen, da fast jede Seite ausreichend Material für ein "Traktat über schlechte Literatur zu Beginn des 21. Jh" böte.

Hat er das Buch tatsächlich bis zum Happyend ertragen, erkennt der gequälte Leser, dass es sich keinem gängigen Genre zuordnen lässt. An sich wäre das ja nichts negatives, wenn es aus jedem Bereich moderner Unterhaltung etwas böte. Leider zeichnet sich dieser Roman durch den Mangel an fast allem, was solch ein Buch lesenswert macht: Spannung, Horror, Erotik, die Freude an "schönen" Formulierungen und wohlkonstruierten (Beziehungs-)Geflechten.
Dass dem Leser über die reine Unterhaltung hinaus neue Erkenntnisse in Form von alternativen "Sichtweisen der Welt und der Dinge" vermittelt werden, konnte man von einem Whitley Strieber ohnehin kaum erhoffen; im Gegenteil: Striebers hurra-patriotische Ergüsse, scheinen die Realität negieren zu wollen. Die CIA als eine der bewundernswertesten Organisationen der Welt darzustellen, die sich dem Kampf gegen das Böse -ob Vietkong oder Vampire- verschrieben hat, ist nicht nur blauäugig, sondern stellt eine gezielte Desinformation dar. Grotesk wird es, wenn er Miriam über unterschiedliche "Rassemerkmale" von Menschen schwadronieren lässt: Germanen sind ordnungsliebend und arbeitswütig, Levatiner leidenschaftlich, Asiaten sexuell kompetent und Amerikaner wild und voller Überraschungen,.... als hätten wir es nicht schon immer gewusst. Solcherlei tiefergehende Erkenntnisse ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und stellen die Toleranz des Leser gegenüber der geistigen Simplizität des Autors auf eine harte Probe. Die Grenzen zur Lächerlichkeit testen Striebers plumpe Versuche, historische Fakten und Ereignisse auf das Wirken von Hütern zurückzuführen beziehungsweise damit zu verknüpfen. Auch diese "Hürde" meistert er "gekonnt" und belohnt den Leser mit grenzenlosem Fabulieren und sei es auch noch so weit hergeholt.


Zur Story: auch wenn man von einer solchen "Was-auch-immer"-Geschichte nicht zuviel Realitätsnähe erwarten kann, so sollte ihr dennoch eine gewisse Plausibilität immanent sein. "Der Kuss des Vampirs" ist weit davon entfernt, diesem Grundanliegen Rechnung zu tragen. Indem der Autor nur beschreibt und behauptet, nicht aber ausreichend durchdacht erklärt, argumentiert oder sogar in Frage stellt, sieht sich der -alleingelassene- Leser einer Vielzahl von logischen Brüchen, Widersprüchlichkeiten und Plausibilitätsdefiziten gegenüber.
Eine einzige absurde Annahme bildet die Basis der Geschichte; ohne diese würde das Konstrukt wie ein Kartenhaus zusammenbrechen: die tausende Jahre alten Hüter sind als die geborenen Jäger und oberstes Glied in der Nahrungskette trotz ihrer überragenden geistigen und körperlichen Fähigkeiten völlig unfähig, sich an ändernde Umweltgegebenheiten anzupassen. Daher hausen die meisten der uralten Raubtiere, die noch im 19. Jahrhundert in Prunk, Protz und Reichtum gelebt haben, mittlerweile in Höhlen, sind verkommen, bilden Rudel, können wegen vermeintlicher Jagdgefahren kaum noch an Nahrung finden. Dieses Grundannahme entbehrt jeglicher Plausibilität.
Derjenige, der sich dieses Machwerkes erbarmt, möge versuchen, die weiteren Defizite ohne meine Hilfe und eventuell im Wettstreit mit einem Leidensgenossen zu "evaluieren", um so den Unterhaltungswert des Buches zu maximieren.
Hier möchte ich dieses unerfreuliche Kapitel mit einem -zugegeben- kleinen aber feinen Zitat beenden, das als repräsentativ für das unpräzise Geplapper des Autors angesehen werden kann: "Sie [die Vampire] waren ihm [Paul Ward] immer einen Schritt voraus. Seine einzigen Waffen waren das Überraschungsmoment und die moderne Technologie"(S. 163); als stünden sich "Immer einen Schritt voraus sein" und "überrascht werden können" nicht diametral gegenüber.

Nun zu den Protagonisten: man kann dem Schreiber nicht vorwerfen, mit Miriam und Paul zwei blasse und unscheinbare Charaktere entworfen zu haben, denn die beiden sind so karrikaturhaft überzeichnet, dass sich der Leser ihrer zumindest einige Zeit erinnern wird/muss. Auch werden wegen Striebers scheinbar eingeschränkten Erkenntnisshorizonts in Verbindung mit Nicht-Können und mangelnder schriftstellerischer Sorgfalt die Motivationen der Charaktere so trivialpsychologisch abgeleitet (wenigstens dieses versucht Strieber), dass es fast schon wieder amüsant wäre,... würden die Figuren nur nicht reden: die Dialoge sind eine einziger Erguss kaum erträglicher Plattitüden, belanglosestem Geschwafels und tausendmal gelesener Phrasen. Originalität bleibt für den Verfasser ein Mysterium.


Fazit: Dieses Buch gehört zu jenen seltenen Werken, bei den man unwillkürlich das Gefühl hat, das Schreiben könne nicht länger gedauert haben als das Lesen. Möge Miriam-Blaylock-"Ich-bin-Teil-der-Gerechtigkeit-auf-Erden" über Strieber kommen, damit uns weitere Bücher dieses "erfolgreichen" Autors, der, wenn man den Gefälligkeitskritiken befreundeter Autoren glaubte, "fesselnde" Romane schreiben soll, erspart bleiben.




Das Wort "Vegetarier" kommt aus dem indianischen und heißt "zu blöd zum Jagen"!!

02.3.2006, 07:28

 
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Die Rezi war wirklich vernichtend. ... für Buch und Autor.
Ich setzte einfach mal vorraus, es stimmt alles so, wie du es geschrieben hast, dann würde ich dieses Buch auch nicht mit der Kneifzange anfassen. Schade um die Zeit, die man mit dem Lesen solcher "Werke" vergeudet.




Nie wieder Fielmann

02.3.2006, 09:19

 
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Viel Underground-Literatur ist aber so. Sie versuchen einfach ohne Talent, und neue Idee, in die Fußstapfen der alten Großen zu treten.




Angst vor der Zukunft haben nur Leute, die nicht vorbereitet sind

02.3.2006, 15:16

 
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Das war wohl wirklich eins der schlechtesten Bücher von Whitley Strieber.Es gibt aber auch ein paar bessere von ihm (z.B: Die Besucher oder Warday).




The truth is out there

02.3.2006, 15:37

 
Fähnrich
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Kennt ihr den?

JOHN J. NANCE

Gegen die Uhr

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, als ein Passagier der Boeing 747 auf dem Flug von Frankfurt am Main nach New York schwer erkrankt.

Flugkapitän James Holland versucht vergeblich, eine Landeerlaubnis auf europäischem Boden zu bekommen, um den Mann in ärztliche Obhut zu geben. Der Grund: Der Erkrankte ist mit einem tödlichen und sehr ansteckenden Virus infiziert.

Erbarmungslos versuchen die Mächtigen und Regierenden der Welt die Maschine und alle ihre Insassen auszuschalten. Aber sie haben ihre Rechnung ohne Flugkapitän Holland gemacht...

Bild; Quelle: http://images-eu.amazon.com/images/P/3426608928.03.LZZZZZZZ.jpg

Ein emotionsgeladener, actionreicher und atemberaubend spannender Flugzeugthriller!

Beitrag wurde am 2. März 2006, 19:03 Uhr editiert.




02.3.2006, 19:02

 
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Ich glaube, dieses Buch habe ich auch gelesen...ist aber schon eine Weile her...aber wenn ich mich recht entsinne, war es wirklich ziemlich spannend und der Captain hat seinen Kopf durchgesetzt.

Vor allem, angesichts einiger momentaner Vorfälle wahrscheinlich durchaus aktuell.




"It's one small step for a man, but a giant leap for mankind." (Neil Armstrong)

02.3.2006, 19:43

 
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Brokeback Mountain hat mich um ehrlich zu sein enttäuscht. Brokeback Mountain gehört zu einer Geschichte von vielen, und nur diese hatte mich interessiert.
Schade auch. Bin schon gespannt wie der Film ist.




http://martinre.deviantart.com/

02.3.2006, 19:49

 
Fähnrich
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LtParis schrieb am 2. März 2006, 19.43 Uhr:
Ich glaube, dieses Buch habe ich auch gelesen...ist aber schon eine Weile her...aber wenn ich mich recht entsinne, war es wirklich ziemlich spannend und der Captain hat seinen Kopf durchgesetzt.

Vor allem, angesichts einiger momentaner Vorfälle wahrscheinlich durchaus aktuell.

Achso Grafik Ja! John J. Nance ist wirklich n klasse Autor und meine Lieblingsautor! Soll ich noch andere Bücher von ihm posten?




03.3.2006, 13:12

 
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Kann es sein das Gegen die Uhr schon mal verfilmt und als Zweiteiler gezeigt wurde? Meine mich daran erinnern zu können.




http://martinre.deviantart.com/

03.3.2006, 14:41

 
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Ich glaube mich auch erinnern zu können...könnte aber beim besten Willen nicht mehr sagen, wer mitgespielt hat...aber die Handlung hab ich soweit dunkel im Hinterkopf.




"It's one small step for a man, but a giant leap for mankind." (Neil Armstrong)

03.3.2006, 15:08

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