Herzlich Willkommen im STVC!

Community-Menü

Brücke Chat Forum TrekBay Wer ist online?


Forum



 
Fähnrich
Deus_Irae Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Die Nörgler Familienlogo

3261 CP

Aktivitätsquote:

0.07%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73404
Rezi zum ersten Malus Darkblade-Roman:

Titel: Der Fluch des Dämons
Serie: Warhammer
Zyklus: Darkblades Schlachten 1
OT: The Daemon´s Curse
Autoren: Dan Abnett & Mike Lee
Ü: Christian Jentzsch
Seiten: 482 (zzgl. Glossar und Karte)
ISBN-13: 978-3-492-29147-7
ISBN: 3-492-29147-3
Verlag: Piper, 2006



Wie ihre "Dungeons & Dragons"-Brüder, die Drow, zeichnen sich auch die Dunkelelfen des Warhammer-Universums, die Druchii, nicht gerade durch betörende Liebenswürdigkeit und ein sonniges Gemüt aus. Im Gegenteil! Ihr extremer Sozialdarwinismus, die unbeschwerte Freude am sinnlosen Morden und Foltern sowie die Unart, Menschen und andere Spezies bestenfalls als Sklaven und schlechtestenfalls als Wegzehrung zu verwenden, machen sie zu sehr einsamen Wesen, ... selbst innerhalb ihrer eigenen Rasse.

Malus Darkblade, seines Zeichens sechstes Kind des mächtigen Herrschers von Han Graef, Drachau Lurhan, ist besonders einsam. Nicht nur, dass er in der Hierarchie seiner Familie knapp über einem Wischmopp rangiert, auch sein letzter Raubzug endete dank einer geglückten Intrige seiner böswilligen Geschwister in einem Fiasko. Keine Beute und damit kein Tribut an seinen Vater bedeuten für ihn zunächst ein unterhaltsames Gefoltert-werden zur Belustigung des Hofstaates.

Malus wäre kein Druchii, würde er nicht auf Rache für diese Schmach sinnen. Und so stielt er seinem verkrüppelten, dafür aber um so stärker magisch begabten Bruder Urial, den er als Hauptverantwortlichen ausgemacht hat, mit tatkräftiger Unterstützung seiner alles andere als vertrauenswürdigen Schwester Nagaira ein magische Artefakt, welches den Weg zu einem unermesslichen Schatz, verborgen in einem alten Tempel inmitten der Chaos-Wüste, weisen soll. Als es brenzlig wird setzt sich Nagaira zwar hurtig ab, aber dennoch können Malus und einige seiner Vasallen -darunter auch Getreue der Schwester- entkommen. Bei Nacht und Nebel fliehen sie auf ihren riesigen Reitechsen, den Nauglir, aus Han Graef, verfolgt von monströsen untoten Häschern Urials.
Bevor die vier letzten Überlebenden der kleinen Schar schließlich den dämonischen Tempel erreichen, müssen sie sich mit Autarii, ihren in den Wäldern lebenden, Druchii-fressenden Vettern, und grenzdebilen Tiermenschen herumgeschlagen. Doch damit nicht genug: als Malus ein magisches Portal in dem alten Bauwerk öffnet, ahnt er nicht, dass ihm seine größte Prüfung noch bevorsteht.


Schade! "Der Fluch des Dämons" hätte seiner Grundidee nach ein großartiger, atmosphärisch dichter und düsterer Roman um einen wahrhaftigen Anti-Helden werden können. Dass er dann doch nur im Warhammer-Mittelmaß versinkt, hat mehrere Ursachen.

Zunächst ist der Aufbau der Handlung so linear und in weiten Teilen vorhersehbar, folgt mit seiner unoriginellen Struktur von Hauptquest und Nebenquests so ausgelatschten Pfaden, dass er an ein schlechtes Rollenspiel aus Gary Gygax Altpapiersammlung erinnert.
Dann scheitern die Autoren daran, der Druchii-Kultur einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen, einen, der sie von ihren D&D-Brüdern deutlich abhebt. Natürlich kann man einige Unterschiede im Detail ausmachen (der signifikanteste ist wohl, dass die Einen auf und die Anderen unter der Erdoberfläche leben), aber unterm Strich wirken die Warhammer-Dunkelelfen wie ein blasser, liebloser Abklatsch der in vielen Romanen ausführlich dargestellten Drow.
Drittens weist der Roman in der zweiten Hälfte einige Längen und Wiederholungen vor allem in den Kampfbeschreibungen auf. Geht es zu Beginn der Geschichte noch ziemlich forsch voran, so nimmt spätestens mit dem Auftauchen der Tiermenschen ein stereotypes, phantasieloses Gekloppe überhand, und die trostlose Atmosphäre wird zunehmend durch brutale Metzel-Bilder erzeugt anstatt durch fesselnde Beschreibungen der Handlungsorte.

Eine veritable Enttäuschung stellt schließlich auch die Figur des Malus Darkblade dar. Nach der vollmundigen Ankündigung auf dem Backcover durfte man einen Kotzbrocken auf zwei Beinen, den fleischgewordenen Anti-Christen erwarten, jemanden der bevorzugt an kleinen Kindern, alten Mütterchen und Licht umfluteten Heroen seine sadistischen Gelüste befriedigt. Nicht, dass man dem Druchii nach der Lektüre des Buches solche Untaten nicht zutrauen würde! Da er aber ausschließlich mit Antagonisten seine Kräfte misst, die böser, gemeiner, intriganter und/oder erfolgreicher sind als er, nimmt ihm der Leser die typischen Dunkelelfen-Charakterschwächen nicht sonderlich übel. Denn inmitten vieler großer Arschlöcher erweckt das kleinste nunmal unsere Beschützerinstinkte; und so kann sich selbst dieser unsympathische Looser -und das ist wohl das herausragendste "antiheldische" Merkmal Malus Darkblades- unser aller Mitleids sicher sein. Durch den Verzicht der Autoren auf harte, klare moralische Gegensätze, einen Kampf des "Bösen" gegen das "Gute", wurde einmal mehr die Gelegenheit vertan, die Fantasy-Fans mit einem wahrhaft schurkischen (Anti-)Helden zu erfreuen.


Fazit: Belanglose, brutale Wahrhammer-Durchschnittskost ohne großartige, originelle Ideen und mit einem Helden, der noch einen weiten, weiten Weg zurückzulegen hat bis er vielleicht eines Tages den Kult-Status eines Drizzt Do'Urdens oder Gotrek Gurnissons erreicht. Enttäuschend!




Das Wort "Vegetarier" kommt aus dem indianischen und heißt "zu blöd zum Jagen"!!

07.5.2006, 18:35

 
Commander
Neral_Jourian Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Sekaya Familienlogo

9685 CP

Aktivitätsquote:

2.78%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73406
Nachdem ich das Buch zu V wie Vendetta gelesen habe, das ich nur empfehlen kann, ist jetzt Michale Crichtons "Timeline" an der Reihe.




http://martinre.deviantart.com/

07.5.2006, 18:44

 
Lieutenant
Abraxia2 Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Stargate Familienlogo

5200 CP

Aktivitätsquote:

28.33%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73456
"V wie Vendetta" Habe ich leider noch nicht gelesen aber "Timeline" fand ich sehr gut.




The truth is out there

07.5.2006, 22:47

 
Fähnrich
Deus_Irae Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Die Nörgler Familienlogo

3261 CP

Aktivitätsquote:

0.07%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73623
Ein weiterer Verriss.

Titel: Die Fänge des Bären
Serie: Warhammer
Zyklus: Sturm des Chaos 2
OT: Ursun´s Teeth
Autor: Graham McNeill
Ü: Barbara Röhl
Seiten: 377
ISBN-13: 978-3-492-29145-3
ISBN: 3-492-29145-7
Verlag: Piper, 2006

Bei der Zusammenfassung des Inhalts will ich dieses eine Mal Gnade vor Vollständigkeit ergehen lassen und mich -der Qualität des Textes angemessen- kurz halten.

Weil sich die Chaos-Babaren unter Führung Cyenwulfs weiterhin in den Bergen sammeln und die Nordlande unsicher machen, platzt Kislev mittlerweile vor Flüchtlingen aus allen Nähten.
Während an jeder Straßenecke Hunger und Elend das Bild der Stadt prägen, erwacht in der Kanalisation eine weitere Gefahr: Skaven! Mit ihrer Hilfe gelingt es einer Verräterin aus Kaspar von Veltens Umfeld, Seuchen in die ohnehin gebeutelte Stadt einzuschleppen.
Als sei die politische Lage nicht schon kompliziert genug, plagen den Botschafter darüber hinaus auch private Sorgen: seine geliebte Anastasia zeigt ein auffälliges Interesse an der Hinrichtung des Gefangenen Kajetan, sein alter Freund, Pavel Korowitsch, hütet ein dunkles Geheimnis und der verbrecherische Tschekatilo versucht, von Velten zu erpressen.


Um mit dem Erfreulichen zu beginnen: "Die Fänge des Bären" ist tatsächlich etwas unterhaltsamer als der erste "Sturm des Chaos"-Band. Nun zum Unerfreulichen: auch der zweite Teil wird dem Leser allenfalls als "Sturm im Wodkaglas" in Erinnerung bleiben.

Die positive Steigerung ist zum Einen auf eine deutlichere Verbindung zum Warhammer-Fantasy-Battle-Hintergrund zurückzuführen: Skaven wuseln durch die Kanalisation, ein Dämonenanbeter darf schwarze Pampe kotzen, irgendein uralter Gott stiefelt durch die Berge und die Eiskönigin zaubert, dass dem Leser die Ohren schlackern. Zum Zweiten gutmenschelt Kaspar von Velten zwar noch immer durch Kislev, hat ein offenes Ohr für Witwen und Waisen, ist politisch korrekt und -selbstredend- potent wie ein zwangsjähriger Lustsklave, jedoch fehlt diesmal dem Ganzen die unerträgliche Penetranz, da der Autor zu viele (Neben)Kriegsschauplätze eröffnet, um dem Leser mit der Heiligkeit von Veltens auf jeder zweiten Seite den Spaß zu verderben..

Damit wären wir auch schon bei den negativen Aspekten. Bis auf Kaspar, dem sein kaisertreues Gutmenschentum Motivation genug liefert, fehlt es sämtlichen anderen Protagonisten an plausiblen und nachvollziehbaren Beweggründen, so dass ihr Handeln in toto wahlweise dumm, irrational oder total durchgeknallt erscheint: Cyenwulf entspricht dem typischen Chaos-Barbaren-Klischee "böse, bärbeißig, blöd", was dem Autor als Begründung völlig ausreicht; Anastasia darf als Entschuldigung für ihr tragbares schwarzes Loch noch irgendetwas von ihren "letzten Tagen" faseln, bevor sie dann in die ewigen Jagdgründe eingeht; Tschekatilo mangelt es in Kislev hingegen an gesellschaftlicher Anerkennung seiner Verbrechen (oder so ähnlich) und der vollkommen irre Kajetan ist sowieso jenseits von Gut, Böse und jeglichen Rechtfertigungsbedarfs. Und diese Motivations-/Erklärungslage betrifft nur die Hauptcharaktere; wie es mit den Nebenfiguren -z.B. den Skaven, Losov, u.a.- aussieht, mag sich jeder selbst ausmalen: nichts, rien, nada, nothing, niets, niente.
Mir ist bewusst, dass man von solchen Büchern nicht allzu viele Tiefe erwarten darf, aber was McNeill hier an Charakterskizzen abliefert, ist selbst für Warhammer-Roman-Verhältnisse weniger als dürftig, um nicht zu sagen: notdürftig.

Die Oberflächlichkeit im Umgang mit den Figuren spiegelt sich ebenfalls in der Ausarbeitung und Einbindung der äußeren Umstände wider. So dient beispielsweise die Beschreibung des Flüchtlingselends zu Beginn des Romans lediglich dazu, von Veltens Gutmenschlichkeit zu reflektieren; für den und im Verlauf der weiteren Handlung spielt dieses Problem dann keine bestimmende Rolle mehr. Auch die Mensch-Drache-Chimäre, jenes geheimnisvolle "alte Wesen von Anbeginn der Zeiten", welches mit großem Tamtam von McNeill eingeführt wurde, erweist sich als lächerlicher Popanz: in der entscheiden Schlacht darf es ein oder zwei imperiale Regimenter plätten und -puff- das war’s. Ich könnte jetzt weitere Beispiele durchdeklinieren, aber dieses Buch ist nicht der Mühe wert.

Es wäre schön gewesen, wenn der Autor mit dem gleichen Sinn fürs Detail, der in der an einen "WhiteDwarf"-Spielbericht erinnernden, knapp 40-seitigen Schlachtenbeschreibung erkennbar wird, auch den Rest des Romans in Szene gesetzt hätte, denn da die Handlung sehr gradlinig und vorhersehbar ist, keine Überraschungen oder Plot Twists bereithält, fällt McNeills vordergründige, atmosphärisch unbefriedigende Darstellung unwillkürlich stärker negativ ins Gewicht, als es bei einer spannenden, dichten Geschichte der Fall wäre.


Fazit: Warhammer-Bücher-Sammler können getrost zugreifen, denn sie müssen diesen drögen Kriminal-Fantasy-Mix nicht lesen, um zufrieden grunzen zu können. Menschen, denen der Inhalt eines Romans wichtiger ist als der Status ihres Bücherregals, sollten statt zu kaufen lieber zweimal herzhaft Gähnen: das ist billiger und kommt aufs Gleiche raus.




Das Wort "Vegetarier" kommt aus dem indianischen und heißt "zu blöd zum Jagen"!!

08.5.2006, 19:52

 
Lieutenant
Abraxia2 Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Stargate Familienlogo

5200 CP

Aktivitätsquote:

28.33%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73627
Klingt ja nicht besonders gut.




The truth is out there

08.5.2006, 19:57

 
Fähnrich
Blackman-VOY Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Unimatrix-Zero Familienlogo

2947 CP

Aktivitätsquote:

0.34%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73678
Zeit für John J. Nances nächstes Abenteuer! Grafik

JOHN J. NANCE

Turbulenz

Die Passagiere an Bord von Flug Nr.6 sind am Ende. Der inkompetente Service des Personals zerrt an den Nerven, bedroht sogar das Leben eines Babys. Als der unfähige Pilot das Flugzeug durch eine riskante Notlandung in Gefahr bringt, greifen die Fluggäste zu dramatischen Mitteln - Meuterei. Was sie jedoch nicht wissen: Durch ein Missverständnis ist der US-Geheimdienst davon überzeugt, dass Flug Nr.6 von Terroristen gekidnappet worden ist...

Bild; Quelle: http://images-eu.amazon.com/images/P/350251951X.03.LZZZZZZZ.jpg




08.5.2006, 21:55

 
Lieutenant
LtParis Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Querdenker Familienlogo

4593 CP

Aktivitätsquote:

2.64%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73932
Das hört sich interessant an, muss ich auf meine Liste setzen Grafik

Ich lese gerade "Herr der Ringe", sehr schön zum Lesen, ich werde allerdings noch etwas brauchen Grafik




"It's one small step for a man, but a giant leap for mankind." (Neil Armstrong)

09.5.2006, 20:13

 
Fähnrich
Roseferen Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Sekaya Familienlogo

3075 CP

Aktivitätsquote:

4.85%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73939
Hey lese ich auch gerade! Was für ein Zufall.
Ich hatte damit schon mal angefangen als ich noch keinen der Filme gesehne hatte und fand die vielen Namen und Orte derart verwirrend, dass ich das Buch ettäuscht wieder weggelegt habe. Aber wenn man ersteinmal so ein bisschen Durchblick hat kann man nicht mehr aufhören zu lesen.
Weiß jemand ob es noch andere Bücher von Tolkien über Mittelerde gibt?




Wenn du auf Rache aus bist, dann schaufele zwei Gräber.

09.5.2006, 20:42

 
Fähnrich
Deus_Irae Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Die Nörgler Familienlogo

3261 CP

Aktivitätsquote:

0.07%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73959
Roseferen schrieb am 9. Mai 2006, 20.42 Uhr:

Weiß jemand ob es noch andere Bücher von Tolkien über Mittelerde gibt?

Das Silmarillion
Nachrichten aus Mittelerde
Der kleine Hobbit
Bilbo's Last Song
Die Abenteuer des Tom Bombadil und andere Geschichten...




Das Wort "Vegetarier" kommt aus dem indianischen und heißt "zu blöd zum Jagen"!!

09.5.2006, 21:53

 
Lieutenant
Abraxia2 Geschlecht-Symbol
Kommunikator

Mitglied der Familie:
Stargate Familienlogo

5200 CP

Aktivitätsquote:

28.33%

Benutzergrafik
Beitraglink: 73963
Zu empfehlen wäre auch "Das Handbuch der Weisen von Mittelerde" Bd1 + Bd2.




The truth is out there

09.5.2006, 22:11

Optionen
Als Gast steht nur zur Auswahl das Thema als RSS Feed abonnieren.

Copyright