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Abstimmungsthread für das Kurzgeschichten-Event
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Liebe Community-Mitglieder!

Für das aktuelle Kurzgeschichten-Event wurden 6 Geschichten eingereicht.

Die Geschichten werden anonymisiert in den folgenden Posts für 3 Wochen zur Wahl stehen. Bitte die Teilnahmebedingungen für die Abstimmung gut durchlesen und eure Wahl anschließend an die letzte Geschichte in diesem Thread posten.

Teilnahmebedingungen

- Jeder User hat 3 Stimmen
- Die Reihenfolge der Stimmen spielt eine Rolle, d.h. die erstgenannte Geschichte erhält 3 Punkte, die als zweites genannte 2 Punkte und die als letztes genannte 1 Punkt.
- Die Abstimmung muss in einem einzigen Post erfolgen, mehrere Posts sind nicht zulässig. Ein Editieren der Posts/Stimmabgaben ist nur bis zu einer Stunde nach Erstellen des Ursprungs-Posts zulässig. Posts, die später editiert werden, werden -um Manipulationsmöglichkeiten zu minimieren- bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Also vor der Stimmabgabe nachdenken.
- Jeder User darf seine Abstimmungsentscheidung begründen, muss es aber nicht.
- Die Teilnehmer am Event dürfen selbstverständlich auch abstimmen.
- Die Abstimmung beginnt ab sofort und endet am 14.02.2010 um 23:59 Uhr. Posts, die später eintreffen, werden nicht berücksichtigt.

Zusätzliche Punkte durch Kritiken:
Wer zu den Geschichten Kritiken schreibt, erhält zusätzlich 250 EPs. Bedingung: mindestens 5 aussagekräftige Sätze! Bei sehr ausführlichen Kritiken entscheiden die Admins, ob der User ggf. noch mehr EPs bekommt.


Bitte in diesem Thread der Übersicht wegen NUR abstimmen. Diskussionen und Fragen bitte hier.

Nun viel Spass beim Lesen und ein "Dankeschön" an die Schreiberlinge!

Beitrag wurde am 24. Januar 2010, 14:40 Uhr editiert.




Homer Simpson speaks FLUENT German on my hotel room TV. ~ The tongue is MY thing ;)

24.1.2010, 13:36

 
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Geschichte 1

"Das Ende der Galaxie"

J'ronak war früh aufgestanden um die Morgenzeremonie nicht zu verpassen. Er hatte in letzter Zeit besonders geübt und war sehr stolz auf seinen Fortschritt. Nun stand er vor dem Zeremonienplatz. Es war noch keiner da.
In diesem Moment kam ein greller Blitz auf. Als wenn die Doppelsonnen seiner Welt Erikam und Balzur gleichzeitig aufgegangen wären.
Er spürte nichts mehr. Als es wieder dunkler wurde sah er in eine Finsternis hinein. Nach einigen Augenblicken erkannt er ein schwach schimmernder Punkt. Und noch eins.
J'orank bekam Panik. Wo bin ich, dachte er. Plötzlich vernahm er eine Stimme. Sie war laut wie der Donner . " Beruhige Dich J'orank" sprach die Stimme. "Wer ist da" antwortete er. Es war aber nicht seine Stimme sondern eher seine Gedanken die da sprachen. "Wir sind DIE LETZTEN" hallte es wie Donner in seinem Kopf. "Die Letzten?" J'orank verstand gar nichts mehr.
"Wir erklären es Dir! Du befindest Dich in der Endzeit", "Endzeit? Was heißt das?" wollte J'orank wissen. "Es ist das Ende aller Zeiten" erklärte die fremde Stimme. "Logisch" dachte J'orank lakonisch.
"Die Galaxien haben sich seit dem Anbeginn der Zeit ausgedehnt." Fuhr die Stimme fort. "Nun haben sie ihre höchstmögliche Expansion erreicht. Es ist zum großem Stillstand gekommen." J'orank grübelte nach und erinnerte sich daran dass er gelernte hatte, dass das Universum mit seinen Galaxien sich ausdehnte. Er hätte aber nie gedacht dass die Expansion jemals aufhören würde.
"Da nun dieser Punkt des Stillstands erreicht ist wird das Universum wieder in sich zusammenfallen und zu einer Singularität werden aus der wieder ein Urknall entstehen wird." Erzählte die Stimme weiter. J'orank verstand zwar die Worte und auch deren Bedeutung. Aber er konnte das Alles nicht richtig begreifen. "Du J'orank und viele weitere Wesen aus allen Galaxien und Zeiten wurden auserwählt um am großen letzten Tag teilzunehmen, als Repräsentanten Ihrer Völker." "Aber warum ich?" Wollte J'orank wissen. "Du und die anderen seid die ursprünglichen Völker und Lebewesen die es zu den höchst entwickelten Kulturen und Zivilisationen schaffen werden. Diese haben sich dann zu einer Galaxienumspannende Gemeinschaft vereint. Sie Überwanden alles. Krieg, Not, Leid und auch den Tod. Und auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und Wissen vereinten sie sich alle zu einem einzigen großen Wesen der aus reiner Energie besteht und Sie nannten sich DIE LETZTEN.
"Das hört sich unmöglich an, wenn ich daran denke wie wir auf unserem Planeten erst seit kurzem eine Versammlung von allen Stämmen zusammengebracht haben und trotz dieser Versammlung haben wir immer noch riesige Konflikte die es noch zu bewältigt gilt." Sagte J'orang etwas ungläubig.
"Ja das ist wahr. Aber schau und staune." Sprachen DIE LETZTEN.
Im nächsten Augenblick drehte sich alles um J'orank und er sah sein Sonnesystem und seine Welt. Wie schön sie doch war in ihrer grün-blauen Farbe. Das Bild änderte sich und er sah wie Raumschiffe starteten und die nächsten Planeten besiedelten. Dann sah er Explosionen im Weltall und auf den Planeten und im gleichen Moment waren sie schon vorbei. Auf dem Planeten entstanden neue Gebäude wieder sah er Raumschiffe starten doch diesmal flogen sie zu andere Sonnensysteme. Auch hier wurden Gebäude errichtet. Es kamen andere Raumschiffe von außerhalb, neue Explosionen, Wiederaufbau - Die Bilder wurden immer schneller und bald sah J'orank seine Heimatgalaxie und ihre Nachbargalaxien. Es entstand ein reger Austausch von Raumschiffe die hin- und her flogen. Manchmal leuchteten wieder Explosionen auf aber sie wurden immer weniger. Die einzelnen Sternen drifteten immer weiter auseinander. Es gab bald keine Auseinandersetzungen mehr.
Dann war da ein Aufflammen. Es gab keine Raumschiffe mehr zwischen den Galaxien, aber hin und wieder leuchteten Planeten und ganze Sterne auf und veränderten ihre Position und brachten so wunderschöne und Farbenfrohe kosmische Ereignisse hervor. So ging es eine lange Zeit weiter und J'orank konnte sich nicht sattsehen Doch plötzlich war J'orank wieder in der Finsternis und hörte die Stimme sagen:
"Dies alles ist nun bald zu Ende und auch wir werden den großen letzten Tag nicht überleben. Alles was ein Anfang hat, hat auch ein Ende. Doch sind wir uns sicher dass nach dem Zusammenfallen des Universums und dem daraus resultierenden Urknall, Alles von neuem beginnen wird."
"Nun gut" sagte J'orank "so langsam fange ich an zu verstehen, aber warum soll ich und die anderen Wessen dabei sein?" "Dies ist unser Erbe: Die Gewissheit das alle vernunftbegabten Wesen eines Tages all' ihre Träume erreichen werden und dass sie vereint bis ans Ende der Zeiten leben werden. Wir haben alles erreicht wovon ihr noch träumt. Aber wie gesagt eines Tages werdet ihr es schaffen und das Ergebnis werden wir sein DIE LETZTEN."
J'orank bemerkt das etwas um ihn herum geschah. Die kleinen schwach schimmernde Punkte die weit voneinander entfernt waren schienen sich zu bewegen. J'orank hatte Lust sich diese Punkte näher anzuschauen. Im gleichen Augenblick kam er einem dieser Punkte näher und erkannte einen weißen Zwergstern, der nur noch schwach leuchtete. "Ja die Sterne sind erloschen" sagte die Stimme DER LETZTEN. "Es gibt keine aktiven Sonnen mehr. Die Planeten sind nur noch leblose Klumpen in den weiten der Galaxien. Die Galaxien selber existieren auch kaum noch. Sie bestehen nur noch aus weit auseinander liegende Sterne mit toten Planeten."
J'orank spürte ein ziehen und drehte sich um. Er sah einen strahlenden Fleck in der endlosen Finsternis. Er bewegte, in seinem körperlosen Zustand auf ihn zu. Jetzt erst bemerkte er wie die erloschenen Sonnen und leblosen Planeten an ihm vorbeiflogen in Richtung des strahlenden Fleckes.
"Jegliche Materie und Energie wird von der langsam entstehende Singularität angezogen." Riss die Stimme DER LETZTEN ihn aus seinen Gedanken. "Auch wir werden in Kürze hineingezogen."
J'orank geriet in Panik, doch er beruhigte sich schnell wieder und dachte sich "naja zu mindestens habe ich bis zum Ende aller Zeiten gelebt" und wartete auf das unvermeidliche. "Nein" sprachen DIE LETZTEN "Du wirst nicht mit uns aufgelöst. Wie wir gesagt haben seid Ihr unser Erbe. Du und die anderen Beobachter Der Endzeit werdet zurückgeschickt in eure Zeit und Welt und eure Mission wird es sein eure Völker von diesem Ereignis zu berichten und sie auf ihre Zukunft vorzubereiten"
J'orank wurde wehmütig denn er wusste dass das letzte existierende Wesen schon bald sterben würde. Der einzige Trost war das er an diesem letzten großen Tag dabei sein durfte und das Erbe DER LETZTEN mit sich nehmen konnte, um es an seinem Volk weiterzugeben.
"Es ist soweit." Sprach die Stimme. Der strahlende Fleck war zu einer gleißenden Lichterscheinung angeschwollen das alles blendete. J'orank hatte das Gefühl als würde er ein immer lauter werdendes, kreischendes Dröhnen hören. Es war fast unerträglich. "Leb wohl J'orank." Sagte die Stimme noch ein letztes Mal. "Lebt wohl." Antwortete J'orank. "Es war mir eine Ehre und Freude euch kennengelernt zu haben." Eine ohrenbetäubender Explosion, ein blendender Blitz...

... "J'orank? Hey J'orank was ist los warum liegst du auf dem Boden?" J'orank öffnet die Augen und sah in das Gesicht von P'trak der sich über Ihm beugte. Er war wieder auf dem Zeremonienplatz die Sonne Erikam war nun aufgegangen und strahlte in ihrer vollen Pracht.
"Hallo P'trak." Sagte J'orank bedächtig und schaut lange in die Augen seines Freundes. "Stell dir vor wir würden eines Tages alle Schwierigkeiten überwinden. Den Krieg, die Not, alles Leid und sogar den Tod." "Das hört sich gut an" antwortete P'trak "erzähl weiter mein Freund."
Und J'orank fing an zu erzählen... .




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24.1.2010, 13:49

 
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Geschichte 2

Das Ende allen Seins

Die Menschen sind dafür bekannt willkürlich Grenzen zu ziehen, um diese Grenzen dann zu überwinden. Die Beschränkungen können auf Karten erscheinen, politischer oder sozialer Natur sein, oder ihre Wurzeln auf einer spirituellen Ebene zu haben.
In der zeitlichen Epoche der Antike, zum Beispiel, lagen die Grenzen auf dem Meer und an den Wäldern, die in die Reiche der Barbaren führten. Doch die Menschen bauten Schiffe und Straßen. Die weißen Flecken auf den Karten wurden aufgefüllt und die Handlungsweise dieser Menschen an ihre, ihrer Meinung nach barbarischen, Mitbrüder weitergegeben.
Die Folge war die dunkel Epoche des Mittelalters, in dem fast alles Wissen der Antike verloren ging oder verfälscht wurde. Außerdem traten hier spirituelle Grenzen auf, die über jahrhunderte hinweg nicht durchbrochen werden konnten, egal wie oft Versuche unternommen wurden einen Mittelweg zu finden und zu beschreiten.
Die Liste ließe sich weiter fortführen, über die Renaissance, das industrielle Zeitalter bis zur Moderne. Grenzen wurden unzählige Male neu gezogen, neu definiert und neu überwunden. Der Mensch stellte sich auch anderen Herausforderungen, durchbrach den Schall, spaltete das Atom und ersann eine neue Grenze, die es zu durchbrechen gab.
In dieser Epoche, als Moderne bezeichnet, erkannte der Mensch vielleicht zum ersten Mal, dass er diese Grenze nur überwinden kann, wenn er die Hilfe anderer in Anspruch nimmt. Dass diese neue Hürde nur mit der geballten Kraft von allen zu überwinden ist.
Doch statt den Konsens zu finden, entschlossen sich einige wenige für alle zu entscheiden und sich diese Mittel mit Gewalt zu sichern. In einer bis dahin nicht dagewesenen Vernichtung rollten tausend Sonnen über den Erdball und brachten in wenigen Sekunden mehr Zerstörung als zwei Weltkriege und alle anderen Konflikte davor zusammen.
Doch die Menschen sind auch dafür bekannt, dann aufzublühen, wenn die Chancen am denkbar schlechtesten stehen. Große Veränderungen und Reformen ersinnt der Mensch niemals im Frieden, sondern erst im oder nach dem Krieg. Der Völkerbund, die Vereinten Nationen und die Föderation sind nur drei Beispiele aus drei Epochen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Vor allem die Föderation ist ein Beispiel für den Einfallsreichtum der Menschen. Denn als sie erkannten, dass sie nicht allein sind, saßen sie nicht zu ihrem Mentor auf, der ihnen zeigen wollte, wie man läuft. Die Menschen sprangen sofort auf ihrem Sandkasten und rannten los. Wie das Licht der Sonne verteilten sie sich unaufhaltsam in alle Richtungen. Kleine Rückschläge brachten den Menschen vielleicht zum Stolpern, aber nicht zum Fallen. Viel mehr wurde die Gemeinschaft stärker. Die Föderation war für die Menschen nur das Mittel.
So bezwangen sie der Reihe nach ihre Feinde, bekehrten, beschwichtigten, vernichteten. Die Xindi mussten sich ihnen beugen, die Klingonen erkannten ihren Fehler und selbst die beängstigende Macht der kybernetischen Gesellschaft der Borg scheint bei der Erwähnung der Menschen zu zittern.
Außerdem sind die Menschen der Beweis dafür, dass der Lehrer von seinem einstigen Schüler lernen kann.
Die Philosophen auf Vulkan würden über die Theorien der Menschen die Köpfe schütteln. Logische Vorgehensweise bei der Handlung ist selten zu finden. Doch in der Aneinanderreihung der unlogischen Handlungen der Menschen ist bereits wieder eine Logik zu finden, die selbst den emotionslosen Vulkaniern die Haare auf den Armen aufstellt, sollten sie diese haben. Denn wenn es jemanden im Universum gibt, der beweisen könnte, dass zwei unlogische Handlungen zu logischen Ereignissen führen können, dann wäre das ein Mensch.
Ihre Stärke liegt nämlich in der Bildung von Gemeinschaften, die das Individuum stärken. Einem Menschen allein ist leicht gegen zu kommen. Doch je größer die Gruppe, desto größer die Gefahr. Ein einzelner Mensch kann fallen, eine kleine Gruppe kann stolpern. Doch eine Gemeinschaft wird durch die Handlungen einer Person, egal welche Logik oder Macht sie zu Grunde liegt, nicht einmal zu zittern beginnen.
Die einzige Ausnahme ist vielleicht Q. Doch Omnipotenz ist das Ziel der Menschen, ihr Streben nach der Überwindung nach Grenzen und der Antrieb ihrer unlogischen Handlungen.
Könnte ein Mensch nur ein bisschen wie Q sein, er würde am nächsten Tag glücklich sterben.
Die Klingonen sagen, sie beneiden den Feind, der seine Gegner tötet, doch bemitleiden sie den, der all seine Gegner tötet.
Genau so sind die Menschen. Sie beneiden den, der seine Grenzen vor sich sieht, doch bemitleiden den, der keine Grenzen mehr zu überwinden hat.
Es wäre das Ende allen Seins. Und das Sein ist, was den Menschen ausmacht. So unlogisch das auch klingen mag.

-Abhandlung über die menschliche Ethik, Sternenflottenakademie




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24.1.2010, 13:54

 
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Geschichte 3

"näher kommen"

Der Morgen liegt weit zurück. Räumlich, zeitlich, in seinem gesamten Wesen, ich weiß es nicht. Eine andere Zeit; Morgenröte... Dämmerung. Dabei blickte ich bereits seit langem auf... ohne es zu sehen.
Milliarden Einträge in der Stunde. Wer wohl diesen lesen wird? Welche Gedanken ich zu wecken vermag? Eine Stimme, ein Sandkorn in der Wüste.

"Schaffst du es heute zum Konzert? Du weißt doch wie viel es Themis bedeuten würde, ihren Vater zu sehen." Ich nickte und fragte mich, ob meine Frau es trotz holografischer Darstellung wahrgenommen hatte.
"Es sind bisher zumindest noch keine Verspätungen angekündigt."
Aus dem kleinen Fenster des Gleiters blickte ich auf die vorbeihuschenden Sterne. Die Durchsage informierte höflich über die Vorbereitungen zur Landung und nacheinander beendeten wir Passagiere unsere Gespräche.
Auf den Rücksturz in den Normalraum folgte der gewohnt kurze und heftige Schmerz. Ich massierte meine Schläfen, ging ein weiteres Mal die vorbereiteten Fragen durch während unzählige blinkende Lichter und Farben in den Raum um den Zielplaneten ihren Tanz vollführten.

Als ich das große, gemütliche Wohnzimmer betrat, saß er, wie so oft in den letzten Tagen, tief versunken in einem altmodischen Sessel. Ein Teegetränk zu seiner Linken, ein antikes Buch zu seiner Rechten.
"Wie war ihr Flug?", erkundigte er sich nachdem er mir Platz angeboten hatte und noch während ich mein Diktiergerät aufbaute.
"Kurz und ruhig", meinte ich.
"Kurz...", wiederholte er und schwieg. Sein melancholischer Blick weckte meine Neugier. Ich wusste, dass er früher sehr gerne verreiste.
"Von Elpis hier her in 47 Minuten", bemerkte ich.
"Nun, die technischen Fortschritte lassen sich nicht leugnen" Er nippte an seinem Tee.
"Elpis liegt ja fast am anderen Ende der Galaxis", fügte ich hinzu. In seiner Jungend hätte man für diese Reise vermutlich mehrere Tage gebraucht.
"Und, wie lange waren sie tatsächlich unterwegs? Von Tür zu Tür?"
Ich überlegte. "Hm, fast drei Stunden, glaube ich."
"Wären sie so freundlich einem alten Mann wie mir zu erklären, wieso?" Er lächelte. Er lächelte traurig. Und ich war bereits gespannt auf was er hinaus wollte und ob es sich lohnte es in meinem Bericht aufzunehmen.
"Meine Frau fuhr mich zum lokalen Flughafen. Das sind keine zehn Minuten von der Wohnung. Dort musste ich einchecken, mich ausweisen und den üblichen Verwaltungsakt aufnehmen um den grünen Status zu erhalten. Der Flug ins Routhas System dauerte weniger als zwei Minuten. Dort musste ich im Fernflughafen umsteigen, die Dokumente wurden überprüft und die nächste Etappe war auch bereits das Ziel: Das Athene System."
"Und hatten Sie Gepäck dabei?"
"Nein", ich verstand nun. "Dann hätten die Sicherheitskontrollen noch länger gedauert."
"Und fühlen sie sich sicher?"
"Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Es kann immer etwas passieren."
"Welche Daten wurden denn erhoben? Bei den Sicherheitskontrollen meine ich."
Ich überlegte kurz. "Das Übliche. Wohin ich fliege, was ich dort zu tue gedenke, wie lange ich bleiben möchte, ob ich bereits den Rückflug gebucht hätte, wer mein Arbeitgeber sei, wie ich zum Flughafen gelangt bin..." Er hob die Hand und unterbrach mich.
"Und wissen sie von den versteckten Erhebungen?"
"Versteckte? Ah, ja. Sie meinen sicherlich, dass ich während der Befragung gescannt und vermessen wurde."
"Ja das meine ich." Jetzt klang er erschöpft. "Größe, Gewicht, Biometrische Eigenschaften, DNA Analyse. Haben sie sich während des Flugs sicher gefühlt, weil von allen Passagieren diese Informationen erhoben und analysiert wurden?"
"Ich weiß nicht.", sagte ich unsicher. "Ich schätze schon. Es wurden schließlich alle überprüft. Und in der heutigen Zeit weiß man ja nie."
"Ja, in der heutigen Zeit...", murmelte er leise. Ich musterte ihn, verglich sein Erscheinungsbild mit dem in allen Medien bekannten, tatkräftigen, energischen Abbildungen, seiner aktiven Zeit. Er war unglaublich gealtert, kein Wunder wenn man bedenkt vor wie vielen Jahren er sein Amt hatte niederlegen müssen. Aber Würde und Autorität... dies strahlten seine Augen unentwegt aus.
"Sie sind ohne Gepäck geflogen?"
"Ja, nur mein Com und das hier", ich zeigte auf das Diktiergerät auf dem Tisch.
"Hätten sie in irgend einer weise den Flug sabotieren oder einen Anschlag verüben können?", fragte er.
"Ich denke nicht. Aus den Sachen kann man keine Bombe improvisieren.", skeptisch betrachtete ich die zwei Geräte.
"Sie hätten doch mit ihrem Gürtel einen das Bordpersonal angreifen, oder mit bloßen Händen und ausreichender Kampferfahrung ihre Mitpassagiere töten können."
"Mit Kampferfahrung hätte ich strengere Sicherheitskontrollen über mich ergehen müssen, in irgendeiner dieser schlauen Datenbanken wäre ein entsprechender Hinweis gewesen."
"Dann ist es Kampfsportlern nicht mehr vergönnt zu fliegen?"
"So habe ich es nicht gemeint", verteidigte ich mich.
"Vor ein paar Jahren gab es einen Anschlag im Chloris System. Ein Ate ließ einen voll besetzen Raumgleiter mit der bloßen Energiequelle seines Com abstürzen. Er hatte einen Sitzplatz an genau der Position reserviert, an der einige kritische Sensoren entlang der Außenhülle verliefen."
"Davon habe ich noch nie etwas gehört.", sagte ich erstaunt.
"Das wundert mich auch nicht.", gab er ruhig zurück.
"Glauben sie also, dass die Sicherheitskontrollen, die ausgefüllten Formulare, das Beantworten persönlicher Fragen und die Erhebung biometrischer Daten ihre Sicherheit während des Fluges gesteigert hat?", hakte er nach.
Ich schwieg.
"Wurden die ersten Sicherheitsgesetze nicht unter ihrer Administration eingeführt?", fragte ich schließlich.
"Das Gesetz zum Schutze der Republik. Ja. Da befindet sich unter anderem auch meine Unterschrift darunter. Und es war ein Fehler."
"Als Fehler wurden sie aber nicht aufgefasst. Die Anschlagsserie der Ates damals..."
"Glauben sie mir.", unterbrach er mich, "es war ein Fehler. Auch wenn ich es damals nicht erkennen konnte."
"Jenes Gesetz, und auch die Nachfolgenden, haben seinerzeit Anschläge verhindert und dadurch Leben gerettet."
"Meinen sie?" Er griff nach der Fernbedienung und aktivierte das Nachrichtenholo. Während die Reporterin von einer Sportveranstaltung berichtetet, wurden abwechselnd die Schlagzeilen eingeblendet. Mehr als die Hälfte davon handelten von Anschlägen.
"Wir haben nichts verhindert.", er schaltete wieder aus, "Womöglich nur Öl ins brennende Feuer gegossen."
"Sie meinen man hätte den Ates auf andere Weise begegnen sollen?", fragte ich mit Blick auf den aktivierten Diktiergerät.
"Auf jeden Fall! Die Invasion in die Ates dominierten Sektoren vier bis sieben der Galaxis brachte nur noch mehr Leid und Verderben. Und den radikalen Ates Anhängern nur weitere Sympathien, ganz zu schweigen von einer kompletten Generation neuer Befürworter."
"Die Invasion wurde aber nicht von Ihnen, sondern Ihrem Nachfolger gestartet.", gab ich zur Kenntnis.
"Und von dessen Nachfolger wieder beendet. Eine seltsame Ironie, dass derjenige der mich damals aufgrund der von den Massen gewünschten härteren Gangart gestürzt hat, selbst gestürzt wurde, wenn auch wegen der zu harten Vorgehensweise."
"Das Volk hat seinen Irrtum eingesehen, dieses üble Kapitel haben wir rasch hinter uns gelassen. Man könnte doch sagen, dass man aus der Geschichte gelernt hat."
"So, hat man das?", fragte er.
"Ich denke schon. Natürlich gibt es weiterhin Anschläge und man kann nicht leugnen, dass noch eine Menge Aufbauarbeit zu leisten ist, bis die durch die Invasion beschädigten Gebiete wieder..."
"Und die zerstörten Planeten?", fragte er dazwischen. Ich geriet ins Grübeln.
"Es war eben der Einsatz der Protobomben, der zu einer Änderung der Meinung des Volkes führte und damit das rasche Ende des Feldzuges ermöglichte. Vielleicht wäre es sonst erneut zu einem galaxisweiten Krieg gekommen."
"Wir zerstörten ihre Planeten, da sie bereits unsere zerstörten Meinen sie das?", fragte er mich.
"Beides ist tragisch."
"Haben sie denn eine der entvölkerten Welten besucht?" Es lag Zorn in seiner schweren Stimme. Ich schwieg.
"Wissen Sie...", sagte er nach einer Weile. "Wir hatten den Frieden diesmal wirklich zum Greifen nah. Und die Chance vertan... Misstrauen und Vorurteile, Angst vor Veränderungen... haben uns gelähmt."
"Urteilen sie nicht ein wenig zu hart?", immerhin gehörte meine eigene Generation zu jener, die in Frieden und Wohlstand aufgewachsen war. "Wir leben weiterhin in einer Gesellschaft des Friedens und der Freiheit..."
"Tun wir das noch?", warf er ein.
"Natürlich." Ich dachte an die Möglichkeiten die ich hatte, die Entscheidungen die ich treffen durfte, Berufswahl, Studium, selbst der Wohnort...
"Eine gute, geschätzte Freundin aus meinen Pionier-Tagen nahm vor etlichen Jahren an einer Protestaktion gegen die Umsiedlung zugezogener Siedler zu Gunsten einer Rückkehr der Kriegsvertriebenen Teil. Eine harmlose, friedlich gebliebene Demonstration, mit nur wenige tausend Bürger und kaum Medienresonanz."
Ich musste zugeben noch nie von Umsiedlungsaktionen gehört zu haben, aber bei einer ganzen Galaxis kann man schließlich auch nicht alles mitbekommen.
"Durch die vorhandene Sicherheitsapparaturen", fuhr er fort, "konnte jeder einzelne Demonstrant identifiziert werden. Die Teilnehmerliste verschwand in einer Datenbank, von dort in die nächste und so weiter. Seit Inkrafttreten des Sicherung-der-Republik Gesetzes Anno 2709 steht sie nun auf der Unruheverdachtsliste der IGF, der Muttergesellschaft der meisten Fluglinienbetreiber." "Irrtümer können passieren, wenn wir Sicherheit gewährleisten wollen", hörte ich mich sagen.
"Ja. Da stimme ich zu. Die Frage ist nur wieviele wir bereit sind zu akzeptieren."
"Kann man die Datensätze nich korrigieren?", fragte ich.
"Natürlich. Ein aufwendiger Bürokratieakt. Der von System zu System, von Verwaltungsbezirk zu Verwaltungsbezirk unterschiedlich ist. Manchmal unmöglich, manchmal kann man die Datensätze ohne größere Prüfung löschen lassen, und oft genug, durch eine kleine Zuwendung an den jeweiligen Beamten."
"Dann wäre das gesamte System ad absurdum geführt." Ich überlegte kurz. Wenn Daten zu jedem noch so kleinen Zwischenfall erhoben wurden, andererseits es möglich ist jene zu Ändern oder durch Einsatz von Geld, oder gar krimineller Machenschaften, Erpressung der Beamten...
"Die Datenbanken sind nichts wert. Die Sicherheit ist lediglich eine gefühlte Sicherheit.", schloss ich.
"Sie verstehen somit meine Frage zu beginn des Gespräches: Hätten sie in irgend einer weise den Flug sabotieren oder einen Anschlag verüben können?"
Ich schwieg. Aus Sicht des Systems hätte ich... Daher die Prüfungen, daher die Kontrollen, das Sicherheitspersonal, die versteckten Scans, die Prüfung meines gesamten Hintergrundes. Das System ist blind, es erhält Milliarden neuer Daten die Sekunde, kann sich jedoch weder darauf verlassen, noch auf die bereits existierenden in der Datenbank.
"Es ist eine gefühlte Sicherheit. Jeder in der Raumfähre wusste, dass der Andere die gleichen Kontroll-Hürden passieren musste. Alle sitzen im gleichen Boot."
"Genau." Er nickte mehrmals. "Misstrauen und Vertrauen. All die anderen Passagiere: Geschäftsleute, stabile Planetensysteme, haben sich nie etwas zu Schulden kommen lassen, keine Kampfausbildung, kein Auffälligkeiten. Und die, die nicht fliegen dürfen: Das sind die Anderen die, die verdächtig sind, womöglich sogar militante Ates Anhäger?" Er flüsterte die letzten Worte verschwörerisch.
"Verstehen Sie jetzt?"
Ich wusste es nicht. Oder nicht mehr. In den letzten Tagen hatte ich den ehemaligen Präsidenten der Republik interviewt. Wir hatten oft über die Anfangszeit der Republik gesprochen. Eine Republik die aus der Asche jenes fast alles vernichtenden Krieges auferstanden war. Eine Republik, die eine enorme technologische Entwicklung erlebt hatte, die in ihrer Gründerzeit angetrieben wurde durch die Entdeckungslust ihrer Bürger, welche ihre jeweilige Heimat verließen um durch die Galaxie zu streifen, neues zu Entdecken, neue Welten, neue Kulturen. Eine Republik, die sich über die gesamte Galaxis erstreckte und jedem einzelnen Bürger zuflüsterte: Sieh! Das ist unsere Zukunft!
"Es fehlt nur noch der Funke...", riss er mich aus meinen Gedanken. "Ein einziger Funke und alle Fraktionen in diesem komplizierten Wirrwar fallen übereinander her und im Gegensatz zum letzten Krieg, hat der Fortschritt es ermöglicht alles zu zerstören. Jeder Planet ist erreichbar, jedes Leben auslöschbar."
"Alle Fraktionen?", wunderte ich mich. Von klein auf wurde mir das Gemeinsam-Gefühl der Republik eingetrichtert. Eine Bevölkerung, keine Grenzen! Zugegeben, in den letzten Jahren, oder zwei Jahrzehnten, gab es durch alle Medien eine Trennung: Die Ates und Wir.
"Die Ates zum einen.", begann er an einer Hand aufzuzählen. "Diejenigen die unter dem Deckmantel der Sicherheit, die ursprünglichen Werte der Republik ausgehöhlt haben. Und die restlichen Bürger, die weder den Weg der Ates, noch den Weg der Überwachung wollen - und in der Mehrheit schweigen."
Die Tür glitt auf und ein Berater kam mit ernster Mine eilenden Schrittes herein und flüsterte meinem Gegenüber etwas ins Ohr. Ich versuchte anhand die Veränderung des Gesichtsausdruckes zu lesen.
"Ich befürchte, unsere Zeit ist abgelaufen." Er lächelte müde. "Vielen Dank, dass sie zugehört haben."
"Ich habe zu Danken", erwiderte ich verblüfft. Er reichte mir seine Hand. Der Blickkontakt hielt lange.

Als ich auf die Flugfreigabe für den Rückflug wartete, ging ich alle holographischen Gespräche erneut durch. Grenzenlose Freiheit, das ist es, was es früher in der Republik gab. Ich starrte auf den kleinen Hologramm dieser großartigen Persönlichkeit und stellte mir vor, wie er, als junger Mann, im Pionierdienst im Auftrag der Republik die Galaxis durchstreifte, Botschaften eröffnete, Wissen verbreiterte und mitbrachte und vor allem all die vielen Gespräche zu jedem einzelnen, unbekannten Menschen. Wann hatte ich denn zuletzt mit einer mir fremden Person gesprochen? Über das Leben, die Planeten, die Reisen?
Mein Com vibrierte. Von meiner Frau erfuhr ich es. Kurze Zeit später spürte ich anhand der vorherrschenden Unruhe im Gleiter, dass nun alle Bescheid wussten. Ich entschloss direkt nach Hause zu fliegen und bat meine Frau so bald wie möglich nachzukommen.
Die Berichterstattung lief auf allen Diensten. Sondersendungen, Sondermeldungen, Umfragen, Augenzeugenberichte... Eine wahre Informationsflut für eine simple Tatsache: Mehrere Menschen waren bei einem Anschlag gestorben. Wie jeden Tag, oder sogar jede Stunde wenn man bedenkt wie groß die Galaxis ist. Nur diesmal, starben Menschen des öffentlichen Interesses. Des allerhöchsten öffentlichen Interesses. Inmitten dieser Informationsflut, möchte auch ich meine Meinung der Republik zur Verfügung stellen. Wer auch immer das hier lesen mag, stellt sich vielleicht die gleichen Fragen: Wie wird es weiter gehen? Mit der Republik? Mit uns? Kann sich die Spirale aus Terror und Überwachung noch schneller weiter drehen? Es muss doch eine Art Ausweg...
Zu viele Illusionen...
Den gesamten Interview stelle ich <<hier>> zur Verfügung.




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Geschichte 4

Das Ende der Galaxie

Malcom schraubte das letzte Verkleidungsteil seines selbstgebauten Raumschiffs gerade an als sein Freund Ronie aufkreuzte.
"Hey Malcom du hast die Kiste endlich fertig bekommen" rief er freudestrahlend aus.
"Ja, es waren 2 Jahre harte arbeit, aber nun ist der Selbtbausatz endlich geschafft." Malcom war sehr stolz auf sein Werk. Am Anfang hatte er nicht gedacht dass er das Schiff jemals fertigstellen würde. Nachdem er jedoch unehrenhaft aus der Sternenflotte entlassen worden war hatte er plötzlich so viel Zeit gehabt, dass er gar nicht wusste wohin damit. Nun nach langer, harter Arbeit freute er sich auf den ersten Startversuch und natürlich auf den Jungfernflug. Es sollte gar nicht so weit gehen, nur mal kurz zur Milchstraße und zurück.
"Wann wirst du starten? Darf ich mit?" fragte Ronie und war schon ganz nervös.
"Ronie, das haben wir doch schon besprochen, ich will diesen Trip alleine wagen. Erst mal die Systeme checken und sichergehen das auch alles rund läuft. Du darfst dann beim zweiten Flug mit dabei sein."
Ronie verzog ein bischen das Gesicht, nahm dann aber das Gegebene hin. Malcom verabschiedete sich von Ronie und stieg dann auch  gleich in sein Raumschiff ein. Über den Namen hatte er sich bisher noch keine Gedanken gemacht. Wenn der Antrieb sich jedoch nicht zünden lies, dann war das sowieso hinfällig. Er aktiviere die nötigen Systeme und freute sich dass er nur grüne Lichter sah. Der Antrieb schnurrte so leise wie ein Kätzchen und schien vollkommen rund zu laufen.
"Startsequenz wird inizialisiert!" spuckte der Computer aus und man merkte wie es langsam vom Boden abhob. Als Malcom eine gewisse Höhe erreicht hatte gab er den gewünschten Kurs zur Milchstraße ein und lies noch ein paar Diagnoseprogramme laufen nur um sicher zu gehen. Als er endlich im Weltraum war bewunderte er seine geliebten Sterne die er aus dieser Warte schon seit 2 Jahren nicht mehr gesehen hatte und sein herz schlug dabei ein klein wenig schneller als sonst. Der Anblick war atemberaubend und er fragte sich wie er nur solange ohne all das hatte leben können. Plötzlich erfasste das kleine Raumschiff eine Energiewelle und wurde furchtbar durch die Gegend geschleudert. Malcom versuchte so schnell wie möglich alles wieder zu stabilisieren doch das war nicht ganz so einfach.
"Verdammt, was war das nur?" schrie er aus und wurde in seinem Stuhl durchgeschüttelt. Eigentlich hätte die Energiewelle ihn wieder freigeben müssen doch irgendwie konnte er sich nicht aus ihrem Ereignishorizont lösen. Nach 15 Minuten erfolgloser Versuche gab er frustriert auf. Er wusste nicht mehr was er tun sollte und war der Verzweiflung sehr nahe als er plötzlich keine Erschütterungen mehr spürte.
"Computer wo sind wir?" bellte er. "Standort unbekannt" kam sofort die Antwort. Als er den Kopf hob und wieder aus dem kleinen Fenster blickte sah er ein Bild, dass ihn noch mehr verzweifeln lies. Er sah einen gewaltigen Abgrund in dem alles inklusive Sterne verschwand. Es sah aus als wie es dann Ende von allem wäre.
"Das sieht aus wie das Ende der Galaxie! Computer bring uns hier weg!"
"Daten unzureichend bitte geben Sie einen Kurs ein"
"Zurück zur Erde" Malcoms Stimme wurde immer histerischer da der Abgrund immer weiter auf ihn zukam, bzw das Schiff sich immer mehr auf den Abgrund zubewegte. Er wollte nicht herrausfinden was passieren würde wenn er da runterfallen würde.
"Daten unzureichend. Aktuelle Position nicht feststellbar."
Malcom began einen Kurs einzugeben von dem er hoffte dass es irgendwie hinter ihm war und er nicht mir WARP 7 in den Abgrund schießen würde. Als er die Bestätigungstaste drückte schickte er noch schnell ein Stoßgebet an alle Götter die ihm spontan einfielen.
Als er zum Fenster hinaussah konnte er das typische WARP Bild sehen. Er sah Sterne die rasend schnell an ihm vorbeizogen. Nun kam ihm allerdings ein ganz anderer Gedanke für den er bisher noch gar keine Zeit gehabt hatte: wenn er nicht wo er war und wohin er sich eigentlich bewegte dann würde die Heimreise sehr lange werden. Und Ronie würde vielleicht nie zu einem Rundflug mit ihm kommen...




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Geschichte 5

Eine neue Heimat

21.10.20029 auc
Gestern hat mich Sarai verlassen, wegen einem Vollpfosten aus der Küche. Idiotin. Bloß weil der Bimbona an mehr Essen kommt. Und dabei ist der nur Geschirrabräumer. Schlimmer ist es vermutlich nur noch, dass es alle wissen. Der Chief hat mich deswegen heute zur Durchflußkontrolle eingeteilt. Damit ich nicht unkonzentriert irgendwelchen Mist mache bei den Leitungsreparaturen oder bei einer anderen wichtigen Arbeit. Eigentlich macht der Rechner meine Arbeit und ich kann nachdenken. Ich weiß bloß noch nicht, ob ich das will.
Ich bin in einem dämlichen Raumschiff in dem ich nicht mal 5 Minuten alleine sein kann und mir alle ihr Mitleid bekunden, weil meine Frau mich wegen einem Idioten verlassen hat, der dreckiges Geschirr wegräumt und Kartoffeln schält. Aber generell ist die Lage schlecht, nicht nur Sarai ist mit Bati und Toma zu dem Knilch in die Küchensektion gezogen, es gibt mal wieder nicht genug zu essen, weil einer der Gärten nicht genug Nahrung erzeugte.

991210008 nss
Während der Morgenandacht sprach der Chief von unseren Opfern, die wir bringen müssten, damit wir das Paradies erreichen. Sofort musste ich an Banzi denken, der vorgestern bei der Reparatur des Rohres von heißem Dampf verbrannt wurde. Anschließend gab es den Totenschmaus, aber weil ich meinen Bruder gemocht hab, wollte er mir nicht so richtig schmecken, obwohl mir sonst Fleisch schmeckt.


07.13.20031 auc
Heute wurde abgestimmt, ob Sarai ihr drittes Kind am Leben lassen soll oder nicht. Um eine Überbevölkerung zu vermeiden, darf jede Frau nur 2 Kinder haben, die hat Sarai von mir geboren, jetzt hat ihr der Küchenknilch noch ein weiteres gemacht. Jetzt wurde entschieden, was mit dem Baby passiert, ob jeder von seinen Hungerrationen etwas abgibt, oder was sonst damit passiert. Eine knappe Mehrheit votierte dafür, das Kind zu töten und den Kadaver in die Verwertungsautomatik zu stecken, um die Rationen zu erhöhen. Ich war froh, dass ich nicht mit abstimmen durfte, weil ich ja mit einem der Betroffenen mal verheiratet war. Aber einerseits freue ich mich auch etwas über die größeren Rationen, seit dem Ausfall des Gartens 29 werden bis zur nächsten Ernte nur 1080 Kalorien pro Tag und Erwachsenen verteilt,
auch wenn mir andererseits übel wird bei dem Gedanken, dass ich zum Kannibalen werde.
Am Ende wurde noch die Vorschrift in die Schiffsbestimmung aufgenommen, dass unter keinen Umständen eine Frau mehr als zwei Kinder gebären darf, bis wir Paradies erreichen.

Mein Töchterchen Bati, sie ist zwar schon fast erwachsen, aber sie bleibt mein Töchterchen, hat mich wenigstens etwas erheitert. Sie hat mir erzählt, dass es Spinner geben soll, die einen neuen Kalender einführen wollen. Der neue Kalender soll nicht mehr von der Gründung unserer Hauptstadt zählen, sondern vom Schiffsstart und es soll nicht mehr gelten, 30 Tage sind 1 Monat, 20 Monate sind ein Jahr, sondern 100 Schichten sind ein Monat und 20 Monate ein Jahr. Spinner gibt&#8217;s.

010210009 nss
Heute hatte der Chief Perca für die Opferung ihres Drittgeborenen gedankt und sie durfte beim Gottesdienst das größte Stück essen. Sie Sprach dabei die magischen Worte: "Das ist mein Fleisch, hingegeben für den Erretter, die ist mein Blut, hingegeben für das Paradies." Einer Legende zufolge soll jemand das Ritual als "effektives Mittel der Bevölkerungskontrolle" bezeichnet haben, bei dem "gleichzeitig der Rest was zu Essen kriegt". Doch das ist nur eine Legende um die Gläubigen zu prüfen. Immerhin sprach Die Vorschrift in den Bestimmungen zur Reise nach dem Paradies davon, dass keine Frau mehr als 2 Kinder gebären darf. Die Bestimmung hat recht, sie existiert immerhin seit über 100 Hektoden und irrte sich nie.


12.18.20032 auc
Ich guckte auf den Monitor und schaltete die einzelnen Anzeigen durch und plötzlich sah ich Heimat, unseren Heimatstern. Auf einmal musste ich an Opi denken, der mir erzählte, wie es damals dort war. Was er auch immer mit Wind gemeint hat und das Fühlen der Sonnenstrahlen auf der Haut. Und was es für ein Schock war, als Wissenschaftler feststellten, dass die Sonne in einigen Jahrhunderten kollabieren wird. Nach langen Debatten wurde beschlossen, ein Raumschiff zu bauen, das einen Teil unseres Volkes retten sollte, in dem es zu einem neuen, unbekannten Stern, der Paradies getauft wurde, aufbrechen soll. Es sollte ein Generationenraumschiff sein, damit wir überhaupt eine Chance haben, die gigantischen Entfernungen im Weltraum zu überbrücken. Es gab zahlreiche Lotterien und Auswahlverfahren, in denen die Mannschaft ausgewählt wurde. Meine Großeltern gehörten zu den 0,5 Promille Glücklichen, die es auf das Schiff schafften. Sie sprachen von einer Heiligen Pflicht, die wir alle erfüllen müssten, um unsere Rasse und Kultur zu retten. Um die Bedeutung des Schiffes zu betonen, wurde es Erretter genannt. Und alle, sowohl die Besatzung als auch die Zurückgebliebenen sprachen nie anders als mit religiöser Ehrfurcht von dem Schiff.

055210019 nss
Ich schaute heute auf dem alten, zerkratzten Monitor das Paradies an. Diesen Ort sollen wir der Bestimmung zufolge erreichen, wenn wir immer unsere Pflicht sorgsam erfüllen. Dieser Ort soll perfekt sein, fruchtbares Ackerland, immer satt zu essen, Fleisch, viel Sauerstoff in der Luft. An diesem Ort werden die Glücklichen leben, die immer gut gearbeitet haben und gestorben sind und die, die am Ende der Reise geboren werden. Plötzlich wurde der Monitor dunkel und ich dachte das Paradies wäre verschwunden, aber der Chief reparierte den Monitor. Ich war so erleichtert, dass mir der Anschiss nichts ausmachte. Ich hatte vor allem Angst, da einige kurz vor dem Ausrasten waren. Auch wenn der Anschiss ungerecht war, ich hab ja nichts gemacht, für den Kabelbruch konnte ich nichts. Aber der neue Chief ist viel strenger und cholerischer als Perca.


13.13.20039 auc
Heute haben die Sensoren gemeldet, dass unser Heimatstern erloschen ist. Obwohl ich unsere Heimat nie gesehen habe, fühle ich mich bedrückt. Nicht nur ich, alle. Um uns aufzumuntern wurde sogar nach den Gedenkgottesfeierlichkeiten Gegorenes verteilt, das sonst total verboten ist. Toma hat mich heute mit seinen Kindern Puur und Mukula besucht und mich getröstet. Immerhin ist heute auch der 5. Todestag von Bati. Der 13.13. bringt wirklich nur Pech.
Aber trotz, oder wegen des Getränkeausschanks wurde die Stimmung bei uns in der Abteilung immer gereizter und teilweise gewaltsam. Morgen soll beschlossen werden, Gegorenes konsequent zu verbieten. Ich glaube aber, der Beschluss kommt nicht durch. Außerdem brauchen wir alles für Essen, Ethanol ist unnötiger Luxus.

141310026 nss
In der letzten Schicht meldeten die Sensoren das Verschwinden des Paradieses. Erst dachten alle, der Monitor oder die Sensoren wären mal wieder defekt, aber dem war nicht so. Der Monitor war wirklich und wahrhaftig dunkel. Das Paradies ist weg, das Ziel der Reise. Was wird aus denen, die ihre Pflicht getan haben? Und aus unseren Nachkommen? Was wird aus mir nach meinem Tod?
Unsere Führer sitzen seit der Meldung in Besprechungen, während andere durch die Gänge toben und die jagen und töten, die sie als Verursacher des Verschwindens des Paradieses ansehen. Sie hoffen darauf, dass durch die Tötung der Unwürdigen das Paradies wieder auftaucht. Das Geschrei der von Todesqualen Wahnsinnigen mischte sich mit dem der Wahnsinnigen Mörder. Oft veränderte sich auch letzteres zu ersterem. Jeder dieser Schreie macht mir Angst. Ich schreibe das hier um meine Gedanken auf etwas anderes zu konzentrieren. Zum Glück bin ich gut versteckt und mich fi


Tagebuchfragmente gefunden an Bord des Raumschiffwracks Erretter durch das Kolonieschiff Fürbitte am Sternendatum 456973 auf seiner Suche nach einem neuen Heimatplaneten im Leerraum zwischen den Galaxien


ER ließ seinen Blick schweifen und sah das Verlöschen des letzten Sternes der Galaxie. "Wenn ich mich beeile, schaffe ich es, die nächste Galaxie in sechs Tagen zu erschaffen und kann mich am siebten Tage ausruhen", dachte ER. "Sohnemann, setz dich mal hier rechts neben mich. Hier gebe ich dir etwas Knetmasse, mit der kannst du einige Wesen basteln, die dann die neue Galaxie bewohnen sollen. Damit kannst du Vati helfen. Und wenn du ganz artig bist, lasse ich dich die Wesen später auch besuchen. Die werden dir auch nichts tun."




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24.1.2010, 14:20

 
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Geschichte 6

Die Wiederkehr

Diana Summer befand sich in ihrem Quartier an Bord der TGT-1281, einem Truppentransporter der Terranischen Garde und wartete mit Unbehagen auf den Beginn ihrer Mission. Wie fast alle an dieser Mission beteiligten Personen hatte man sie vor ungefähr vier Stunden ohne Angabe von Gründen zu dem Militärflughafen in Lima beordert. Erst als sich das komplette Team, bestehend aus Ärzten, Technikern und mindestens doppelt so vielen schwer bewaffnetem Gardisten an Bord befand und der Transporter die Erdumlaufbahn verlassen hatte, wurden ihnen die Natur ihrer Mission mitgeteilt. Vor ungefähr sieben Monaten wurde im Asteroidengürtel des Sonnensystems von einer Forschungsexpedition, das Experimente auf dem Jupitermond Kallisto durchführen wollte, ein riesiges diskusförmiges Objekt entdeckt. Nachdem sich die TG davon überzeugt hatte, dass das Objekt verlassen war und es keinerlei Gefahr darstellte, schleppten sie es zur weiteren Untersuchung auf den Marsmond Phobos, wo es von den neugierigen Blicken der Erdbevölkerung versteckt werden sollte. Eine dreißigköpfige Gruppe der besten Wissenschaften der Erde wurde nun zu diesem Zwecke auf das Objekt geschickt, um ihm seine Geheimnisse zu entlocken. Aufgrund der Vielzahl der darin enthaltenen unbekannten Technologien und Daten wurde das Objekt schnell auf den Namen ARCHIV getauft, dessen tägliche Berichte der Wissenschaftler die Labore und Institute auf der ganzen Erde in Erstaunen versetzten ... bis vor einer Woche diese Übertragungen urplötzlich aufhörten. Da man aber nicht wusste, ob es sich hierbei nur um ein technisches Problem handelte oder ob sich auf der Station ein Unfall ereignet hatte, stellte man ein gemischtes Team zusammen, das sich vor Ort auf dem ARCHIV die Lage ansehen sollte.

Nur acht Stunden, nachdem sie so hektisch von der Erde aufgebrochen waren, setzte der Transporter im Hangar des Archivs aufs. Die Gardisten stürmten bereits daraus hervor, noch ehe die Rampe den Boden berührt hatte, um den Raum zu sichern. Nachdem sie sich davon überzeugt hatten, dass ihnen keine Gefahr drohte, durften auch die restlichen Techniker und Ärzte die Station betreten. Diana konnte sich zwar nicht vorstellen, worum es dieser großen Feuerkraft bedurfte, zumal es sich wohl nur um ein defektes Kommunikationsrelais handelte, doch aus einem Grund, den sie nicht genau nennen konnte, fühlte auch sie sich viel wohler dabei. Auf diese Weise betraten sie auch die nachfolgenden Räume, bis auf einen seltsam aussehenden Raum stießen. Er war riesig und kreisrund geformt. Sieben verschiedene Gänge zweigten hier ab, so dass alle Bereiche des ARCHIVs schnell und einfach erreicht worden konnten. An einer Wand befand sich so eine Art Alkoven, dessen Bedeutung jedoch Diana nicht erschließen konnte. In der Mitte des Raums stand irgendein Terminal, über dessen Funktionsweise sie nur Spekulationen anstellen konnte. Und erst jetzt viel auf, dass es total still war. Nichts war zu hören, keine Maschinen, keine Konsolen und vor allem keine Stimmen, die auf die Präsenz der hier arbeitenden Wissenschaftler hindeutete. Sicher war es eine große Station auf der sich gerade mal dreißig Wissenschaftler tummelten, aber dennoch verspürte Diana zunehmend ein beklemmendes Gefühl, das sie sich nicht erklären konnte. Warum wurden sie nicht erwartet? Auch wenn die Kommunikation gestört war, hätten sie doch wissen müssen, dass ein Schiff im Anflug war? Vielleicht waren sie auch nur zu beschäftigt oder es hatte sich ein Unfall ereignet, was erklären würde, wieso man ebenfalls so viele Ärzte mit auf diese Mission genommen hatte. Sie würde es auf jeden Fall bald erfahren.

Bei dem Terminal schien es sich um so eine Art von Kommunikationsvorrichtung zu handeln, denn einer Techniker versuchte damit eine Verbindung zu den Wissenschaftler herzustellen. Nachdem auch mehrere Versuche scheiterten, befahl Captain Mitchell, der leitende Offizier dieser Mission, dass sie sich in kleine Gruppen aufteilen sollten, um nach den Vermissten zu suchen. Ein paar Gardisten sollte an diesem Wegpunkt die Stellung halten, während der Rest sich auf der Station verteilte. Diana wurde dem Team von Captain Mitchell zugeteilt, dessen Aufgabe es war, in den Quartieren nach den Wissenschaftler zu suchen. Ebenfalls zu dem Team gehörte eine Technikerin und ein junger Gardist, der sich ihr auf dem Hinflug als Private Robert Charles vorgestellt hatte und ihr in einer großspurigen Art einige Avancen unterbreitete. Davon war jedoch jetzt zu nichts sehen. Alle paar Meter sah er sich nach hinten um, sein Atem war schnell und sein Finger zuckte viel zu nahe am Abzug seiner TG-42. Sie konnte es ihm nicht verübeln. Obwohl die langen Gänge hell erleuchtet waren, fühlte auch sie sich aufgrund der bedrückenden Stille unwohl. Wahrscheinlich bildete sie es sich nur ein, aber mehr als einmal fühlte sie sich beobachte und glaubte in der Ferne einige seltsame Schatten durch die Gänge huschen zu sehen.

Sie erreichten die Quartiere nach nur wenigen Minuten. Nachdem sie sich in alle Quartieren nach den Wissenschaftler umgesehen und niemanden entdeckt hatte, fingen sie auf Befehl des Captains an, die Unterkünfte nach möglichen Hinweisen für das Verschwinden zu durchsuchen. Diana begab sich das Quatier von Dr. Waddle, während der Gardist Charles angewiesen wurde, vor der Tür Wache zu halten. Diana machte sich an das private Video-Logbuch von Dr. Waddle her.

13.08.2286: Wir sind nun seit vier Tagen auf der Station und heute ist der erste Tag, ab dem ich Zeit finde, einige meiner Aufzeichnungen fortzuführen. Was wir hier entdeckt haben ist ... ich meine, es lässt sich kaum in Worte fassen ... der Traum eines jeden Wissenschaftlers. Welche Intelligenz auch immer auch dieses Ding entworfen hat ... sie war schon vor tausenden Jahren oder noch länger schon viel weiterwickelt, als die Menschheit es jetzt ist. Obwohl wir bereits seit vier Tagen hier sind, haben wir noch keine Hinweise auf eine Energiequelle gefunden, die diesen ganzen Laden hier mit Energie versorgt ... und das schon seit langer Zeit ... einfach unglaublich.

15.08.2286: Die Station ist uns noch immer ein Rätsel. Mittlerweile haben wir nun ansatzweise die Funktionsweise dieser Terminals herausgefunden, die an allen Wegknoten in der Station verteilt sind. Sie bieten uns Zugriff auf ein scheinbar enormes Potential an gespeicherten Daten über einfach alles. Die Entstehung des Universum, medizinische Daten ... es ist unverstellbar. Was wir hier vorliegen haben wird unsere Wissenschaftler noch jahrzehnte lang beschäftigen und die Menschheit in ein neues Zeitalter vorstoßen.


Die drauffolgenden Einträge enthielten nichts interessantes, was sie nicht auch schon aus dem Missions-Briefing erfahren hatte. An einem anderen Ort und zu einer anderen Zeit, hätte Diana sicherlich nur zu gerne den neuen Entdeckungen des Doktors zugehört, aber hier verspürte sie nur deutlich das Verlangen, ihre Aufgabe hinter sich zu bringen und so schnell wie möglich wieder zu verschwinden. So übersprang sie sofort die Einträge, von den sie glaubte, dass sie nicht mit dem Verschwinden der Wissenschaftler zu tun hatte. Erst ein Eintrag, der vor drei Wochen aufgezeichnet wurde, weckte wieder ihr Interesse.

22.02.2287: Gestern haben wir Unglaubliches entdeckt. Durch einen Zufall konnten wir an einem Terminal eines Wegknotens einen dieser Alkoven aktivieren, der drauf blau zu schimmern begann. Dr. Marcus kam dem Feld zu nahe und wurde plötzlich unversehens hineingezogen. Wir standen unter Schock, denn er und das Feld waren wie vom Erdboden verschluckt. Zu unserer großen Freude jedoch, meldete sich nur einige Sekunden später per Komm von einem völlig anderen Wegknoten der Station ... so wie es also aussieht, handelt es sich um eine Art Portal, mit dem ohne Zeitverlust von einem Ort zu anderem der Station springen kann.

22.02.2287: Mit Hilfe des Portal haben wir nun auch entdeckt, dass die Station aus mehreren Decks besteht. Es ist eigentlich unverständlich wieso wir darauf nicht schon viel früher gekommen sind und angenommen hatten, dass dieses riesige Ding nur aus einer Ebene bestehen würde ... Desweiteren habe ich meinem Team die Anweisung gegeben, diese neue Information nicht an die Erde weiterzuleiten. Würden die nämlich davon erfahren, hätten wir nämlich gleich wieder die ganze verdammte Garde hier, die jedes Deck untersuchen würde. Unsere Arbeit würde daraufhin um Monate verzögert werden.

25.02.2287: Unsere bisherigen Vermutungen über die Station waren falsch. Die Station ist kein Archiv, sondern ein Gefangenenschiff ... und es ist alt ... sehr. Wenn unsere Umrechnungen korrekt sind, dann treibt es seit über 10 Mrd. Jahren durchs All ... einfach unglaublich. Laut den Daten wurden hiermit die Gefangenen des ersten interstellaren Krieges transportiert ... mächtige und blutrünstige Wesen, die kein anderes Leben in der Galaxis neben sich duldeten ... aber glücklicherweise gingen sie als Verlierer aus diesem Krieg hervor, denn sonst könnte ich wohl heute diese Aufzeichnung nicht machen ... kleiner Scherz! Viele meine Kollegen haben sich die Zellen dann auch gleich angesehen. Die Kraftfelder der Zellen waren zwar noch aktiviert, aber sonst war da unten nichts mehr ... wahrscheinlich schon war darin schon lange alles zu Staub zerfallen, bevor sich unser Sonnensystem bildete.

27.02.2287: Heute hatte wir einen kleinen Stromfall. Einer meiner Kollegen hatte wohl versehentlich ein paar falsche Knöpfe gedrückt und wir mussten ungefähr 5 Sekunden im Dunkeln ausharren. Seitdem berichten mir meine Kollegen, dass sich sie beobachtet fühlen und Schatten in den Gängen sehen würde. Das passiert eben, wenn man an diese Geschichten über längst vergessene Dämonen glaubt und es auf einmal finster um einen wird.

1.03.2287: Zwei unserer Leute sind seit heute morgen spurlos verschwunden. Jegliche Versuche, sie per Komm zu erreichen schlugen bisher fehl. Ich hoffe, dass sie nur in einen abgeschirmten neuen Bereich geraten und zu sehr in ihre Arbeit vertieft sind, jedoch ist es anzunehmen, dass ihnen irgendetwas zugestoßen ist. Ich werde in wenigen Minuten ein kleines Team zusammenstellen, das nach den Vermissten suchen wird.

2.03 2287: Oh mein Gott. Etwas schreckliches ist geschehen. Wir haben die beiden vermissten Wissenschaftler gefunden. Tot und übel zugerichtet. Es schien, als habe sie eine wilde Bestie angefallen und bis auf die Knochen abgenagt. Einfach schrecklich. Habe Gott ihre armen Seelen selig ... So wie scheint, sind wir doch nicht alleine hier. Mir bleibt nun zum Schutze unseres nichts anderes übrig, als unsere Forschungen einzustellen und die Garde zu benachrichtigen. Bis auf weiteres habe ich jedes Mitglied angewiesen, in ihre Quartiere zurückkehren.

2.03. 2287 Nachtrag: Nur 7 meiner insgesamt 30 Kollegen sind nach dem Aufruf zurückgekehrt. Von dem Rest fehlt jede Spur ... ihre Komm-Anrufe blieben unbeantwortet. Aller Voraussicht nach würden sie von dem oder den Angreifern ebenfalls getötet. Ich weiß, nicht, was wir jetzt noch tun sollen. Wir haben keine Waffen und wir können auch keine Hilfe von der Erde anfordern, da wir momentan unsere Quartiere nicht verlassen können. Die Quartiere scheinen sie aus irgendeinem Grund nicht anzugreifen ... warum ist mir schleierhaft, aber vermutlich handelt es sich nur um eine Frage Zeit.

5.03.2287: Wir sitzen noch immer in unseren Quartieren fest ... und die Nahrungsvorräte werden knapp. Um neue zu besorgen müssten wir ins Lager, aber dann würden wir wohl selber zur Nahrung für diese Biester werden. Egal wie wir also entscheiden werden, wir werden sterben.

6.03.2287: Gestern haben wir eines diese Biester gesehen. Es wartete vor dem Eingang zu den Quartieren, konnte ihn jedoch nicht passieren. Die Quartiere sind wohl durch ein zusätzliches Kraftfeld geschützt. Das Wesen lässt sich nur schwer zu beschreiben, es scheint quasi unsichtbar sein ... nur für ein kurze Zeit, wenn es mit einem anderen Objekt in Berührung kommt scheint es sichtbar zu werden. Es .. es ist der wahrhaftige Teufel. Es ist ca. drei Meter groß. Hat gebogene Hörner an seinem Kopf und messerscharfe Reiszähne. Eine wahre Höllenbrut.

7.03.2287: Dies wird wohl meine letzte Nachricht sein. Wir haben beschlossen unseren letzten Dienst für die Menschheit zu erledigen. Wir werden uns nun aufteilen und versuchen, ein Terminal an einem der Wegknoten zu erreichen. Wir müssen die Erde warnen ... es darf keiner mehr diese Station betreten ... sprengt es in die Luft ... transportiert es in die Sonne ... aber sorgt dafür, dass es keiner dieser Wesen auf die Erde schafft. Sollte jemand doch diese Aufzeichnung hören, dann bedeutet das, dass wir bei dem Versuch alle getötet wurden, bevor wir ein Terminal erreichen konnten. Nun müsst ihr unseren Auftrag zu Ende bringen ... warnt die Erde ... und macht, dass ihr von hier wegkommt ... es tut mir leid.


Ohne das Ende des kompletten Logbuchs abzuwarten, stürzte Diana geschockt aus dem Quartier und benachrichtigte den Captain über das, was sie gerade gehört hatte. Sie setzten sich sofort in Bewegung und rannten zurück zu ihrem Schiff. Während sie den Weg zurück rannten, versuchte der Captain die anderes Teams via Komm zu erreichen. Lediglich von dem Wachposten am ersten Wegknoten erhielt er eine Antwort, bei den restlichen Teams blieb das Komm stumm. Er befahl ihm, den Transporter startbereit zu machen und falls ihm etwas seltsames auffallen würde, sollte er sofort von hier verschwinden, auch wenn der Captain und sein Team noch nicht an Bord wäre.

Sie waren nur noch wenige Minuten, von dem Hangar entfernt, als sie hinter sich röchelnde Geräusche hörten. Diana schaute sich im Laufen kurz um, aber da war nichts erkennen, obwohl die Geräusche um lauter wurden. Zuerst wurde der junge Private von den Beinen gerissen, kurz danach die Technikerin, die sie begleitete. Diana und der Captain blieben nicht stehen. Sie rannten einfach weiter. Im nächsten Augenblick erwischt es den Captain. Diana rannte so schnell sie konnte. Ihre Lungen brannten. Die Tür zum Hangar war bereits in Sichtweite. Sie erreichte die Tür mit ihrem letzten Atemzug, jedoch musste sie mit erschrecken feststellen, dass sie verschlossen war. Durch ein kleines Fenster konnte sie in den Hangar und musste feststellen, dass der Transporter bereits am Abheben war. Sie konnte im Cockpit noch den Piloten sehen, wie er hektisch an seinen Schalttafel rumhantierte ... und plötzlich erkannte sie noch jemanden Cockpit, das hinter dem Piloten erschien. Sie hörte abermals ein Röcheln hinter sich und das letzte was sah, war wie sich eines Wesen auf den Piloten stürzte, ehe auch sie von der Dunkelheit eingeholt wurde.

***

"Transporter TGT-1281 können Sie mich verstehen?"
"Sir, der Transporter meldet sich nicht, was sollen wir tun?", fragte der Lotse seinen vorgesetzten Offizier, der neben ihm in der Kommandozentrale des Militärflughafens in Lima stand.
"Den Anzeigen zufolge fliegt das Schiff mit Autopilot."
"Hm seltsam. Bringen sie den Transporter per Leitstrahl zu Startbahn 23 ... ich werde mir das mit einem Team mal näher ansehen"




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24.1.2010, 14:37

 
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Ihr lacht über mich weil ich anders bin, doch ich lache über euch, denn ihr seit alle gleich.

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Das war die Qual der Wahl

Die Würfel sind gefallen... lacta alea est...Grafik


Alle Stories haben Punkte verdient, doch diese 3 haben von mir den Vorzug bekommen...Warum, würde den Rahmen hier sprengen... Grafik

Beitrag wurde am 27. Januar 2010, 00:12 Uhr editiert.




Don't follow the Guru - Be the Guru!.....Wenn Frauen lächeln, ist das Arsen schon in der Suppe.......Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom......Ein Mensch ist schon mehr als genug um die Welt zu ändern

27.1.2010, 00:03

 
Fähnrich
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Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. (Samuel Beckett)

27.1.2010, 19:20

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